Der Kreml hat den Besuch von CIA-Direktor John Ratcliffe in Moskau bestätigt. Nach Angaben von Kremlsprecher Dmitri Peskow reiste der US-Geheimdienstchef zu Gesprächen zwischen den Geheimdiensten nach Russland. Ein Treffen mit Präsident Wladimir Putin habe es nach Angaben Peskows nicht gegeben.
Kreml bestätigt Geheimdienstkontakte
Zunächst hatte Peskow erklärt, ihm seien keine Informationen über die Landung eines US-Militärflugzeugs in Moskau bekannt. Nachdem Bilder der Maschine in sozialen Netzwerken aufgetaucht waren, sorgten seine Aussagen in Russland für Spott und Spekulationen.
Nun bestätigte der Kreml, dass Ratcliffe tatsächlich nach Moskau gereist war. Laut GMX unter Berufung auf die «Washington Post» sagte Peskow, der CIA-Direktor sei für Kontakte «zwischen den Geheimdiensten» in die russische Hauptstadt gekommen.
Zu den konkreten Inhalten der Gespräche machte der Kremlsprecher keine Angaben. Gleichzeitig stellte er klar, dass es kein Treffen zwischen Ratcliffe und Putin gegeben habe.
Mögliche Themen sorgen für Spekulationen
Offiziell ist bislang nicht bekannt, welche Themen bei den Gesprächen im Mittelpunkt standen. Im Zusammenhang mit dem Besuch wurden deshalb verschiedene mögliche Gründe diskutiert, darunter die angespannte Lage im Ukraine-Krieg.
Die Ukraine hatte zuvor unter Berufung auf eigene Geheimdienstinformationen erklärt, Putin plane nach der russischen Parlamentswahl im September eine Mobilmachung. Peskow wies diese Darstellung erneut zurück und bezeichnete sie als Falschinformation mit dem Ziel, die Lage in Russland vor den Wahlen zu destabilisieren.
Der kremlnahe Politologe Sergej Markow brachte weitere mögliche Zusammenhänge ins Gespräch. Dazu zählte er unter anderem den Krieg im Iran sowie den Fund von Drohnen mit Sprengstoff am Flughafen Halle-Leipzig. Ein Zusammenhang mit diesen Ereignissen ist bislang nicht bestätigt.
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Geheimdienstkontakte zwischen Washington und Moskau
Für Ratcliffe dürfte es der erste Besuch in Moskau seit seinem Amtsantritt als CIA-Direktor gewesen sein. Zuletzt war 2021 der damalige CIA-Chef William Burns nach Russland gereist und hatte sich auch mit Putin getroffen.
Burns war damals im Auftrag des damaligen US-Präsidenten Joe Biden nach Moskau gereist. Ziel war unter anderem, eine weitere Eskalation im Zusammenhang mit dem Ukraine-Konflikt zu verhindern. Wenige Monate später begann Russland am 24. Februar 2022 seinen gross angelegten Angriff auf die Ukraine.
Auch nach Beginn des Krieges rissen Kontakte zwischen russischen und westlichen Geheimdiensten nicht vollständig ab. Solche Kommunikationskanäle können insbesondere in Zeiten hoher Spannungen dazu dienen, Informationen auszutauschen oder Risiken einer weiteren Eskalation zu begrenzen.
US-Militärflugzeug fliegt weiter nach Riga
Das US-Flugzeug, mit dem Ratcliffe nach Moskau gereist sein soll, hob Berichten russischer Staatsmedien am Dienstagabend wieder in Richtung Riga ab. Gleichzeitig fiel in Moskau auf, dass es an diesem Tag keine ukrainischen Drohnenangriffe gab.
US-Medien berichteten, die Vereinigten Staaten hätten Kiew darum gebeten, die Angriffe vorübergehend auszusetzen. Eine direkte Verbindung zwischen dieser Entwicklung und dem Besuch des CIA-Direktors wurde jedoch nicht offiziell bestätigt.
Auch in Deutschland laufen derweil Ermittlungen im Zusammenhang mit dem Fund von Sprengstoff-Drohnen am Flughafen Halle-Leipzig. Bundesinnenminister Alexander Dobrindt hatte von einem möglichen hybriden Angriff fremder Mächte gesprochen, ohne Russland ausdrücklich als Urheber zu nennen. Bundeskanzler Friedrich Merz kündigte an, Erkenntnisse zu dem Fall zu einem späteren Zeitpunkt bekanntzugeben.






