Die mittlere Krankenkassenprämie in der Schweiz steigt 2027 um 5,0 Prozent auf 412 Franken pro Monat. Für Erwachsene beträgt die mittlere Prämie künftig 487.60 Franken, für junge Erwachsene 338.80 Franken und für Kinder 128.10 Franken. Das Bundesamt für Gesundheit führt den Anstieg vor allem auf mehr Behandlungen, medizinischen Fortschritt und die Alterung der Bevölkerung zurück.
Erwachsene zahlen im Schnitt 22.80 Franken mehr
Die mittlere Prämie für Erwachsene steigt 2027 um 22.80 Franken beziehungsweise 4,9 Prozent auf 487.60 Franken pro Monat. Bei jungen Erwachsenen beträgt der Anstieg 15.40 Franken oder 4,8 Prozent auf 338.80 Franken. Für Kinder erhöht sich die mittlere Prämie um 5.70 Franken beziehungsweise 4,6 Prozent auf 128.10 Franken.
Bei diesen Zahlen handelt es sich um die sogenannte mittlere Prämie. Dafür werden die in der Schweiz bezahlten Prämien zusammengerechnet und durch die Gesamtzahl der Versicherten geteilt. Die tatsächlich bezahlte Prämie kann deshalb deutlich von diesem Durchschnitt abweichen.
Entscheidend sind unter anderem der Wohnort, das Alter, die gewählte Franchise, der Versicherer und das Versicherungsmodell. Die Versicherer haben ihre Prämien für 2027 beim Bundesamt für Gesundheit (BAG) eingereicht. Das BAG prüft die Angaben auf die Einhaltung der gesetzlichen Vorgaben und verlangt bei Bedarf Anpassungen.
Die durchschnittliche Erhöhung fällt je nach Kanton unterschiedlich aus. Laut BAG reicht die Veränderung der mittleren Prämie 2027 kantonal von 3,0 bis 6,6 Prozent.
Gesundheitskosten steigen weiter
Der Prämienanstieg steht in direktem Zusammenhang mit den Kosten in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung (OKP). Die Prämien müssen für jeden Versicherer und jeden Kanton so festgelegt werden, dass sie die erwarteten Kosten decken.
2025 stiegen die Kosten in der OKP um 5,3 Prozent. Für 2026 ist die Entwicklung wegen Rechnungsverzögerungen im Zusammenhang mit der Einführung des neuen ambulanten Tarifsystems TARDOC und der ambulanten Pauschalen schwieriger einzuschätzen. Das BAG rechnet derzeit für 2026 mit einem Kostenanstieg von 4,7 Prozent und erwartet für 2027 ebenfalls ein Wachstum von 5,0 Prozent.
Als wichtige Kostentreiber nennt der Bund die zunehmende Zahl von Behandlungen, den medizinisch-technologischen Fortschritt und die Alterung der Bevölkerung. Zudem steigen die Kosten pro erkrankte Person. Seit 2024 kommen laut BAG auch höhere Preise hinzu, unter anderem durch steigende kantonale Tarife im ambulanten und stationären Bereich.
Bund setzt auf Kostendämpfung
Parallel zum Prämienanstieg laufen verschiedene Massnahmen zur Begrenzung des Kostenwachstums. Das Eidgenössische Departement des Innern (EDI) und das BAG haben nach Angaben des Bundes in den vergangenen zehn Jahren durch die Überprüfung der Wirksamkeit, Zweckmässigkeit und Wirtschaftlichkeit von Leistungen, Medikamentenpreisen und Tarifstrukturen Einsparungen von insgesamt mehr als 2 Milliarden Franken erzielt.
Seit 2024 bringt Bundesrätin Elisabeth Baume-Schneider zudem Akteure aus der Gesundheitsbranche an einem Runden Tisch zusammen. Dabei werden kurz- und mittelfristige Massnahmen zur Kostendämpfung entwickelt. Die ersten beschlossenen Massnahmen, die teilweise auf Selbstverpflichtungen der Beteiligten beruhen, befinden sich in der Umsetzung.
Auch auf gesetzlicher Ebene sind Reformen vorgesehen. Nach dem Inkrafttreten des indirekten Gegenvorschlags zur Kostenbremse-Initiative verfügt der Bundesrat über die Kompetenz, Ziele für die Kosten- und Qualitätsentwicklung in der obligatorischen Krankenpflegeversicherung festzulegen. Ende 2026 soll erstmals ein Ziel für den Zeitraum 2028 bis 2031 festgelegt werden.
Versicherte können bis Ende November wechseln
Die Versicherer haben bis Ende Oktober Zeit, ihre Versicherten über die individuellen Prämien für 2027 zu informieren. Danach bleibt Zeit für einen Wechsel der Grundversicherung oder eine Anpassung des Versicherungsmodells.
In der obligatorischen Grundversicherung müssen Krankenversicherer grundsätzlich jede Person aufnehmen. Wer seine persönliche Prämie vergleichen möchte, kann dafür den offiziellen, anonymen und werbefreien Prämienrechner des Bundes, Priminfo, nutzen.
Die konkreten Möglichkeiten für einen Wechsel hängen unter anderem vom gewählten Versicherungsmodell und der Franchise ab. Auch die Prämienregion des Wohnorts spielt eine Rolle.






