Bundesrat plant höhere Mindestfranchise
Die Kosten im Schweizer Gesundheitswesen steigen seit Jahren. Jetzt will der Bundesrat reagieren.
Die Regierung hat eine Gesetzesänderung zur Erhöhung der Mindestfranchise in die Vernehmlassung geschickt.
Geplant ist ein erster Schritt von 300 auf 400 Franken.
Kinder sollen von der Änderung nicht betroffen sein.
Ziel: Gesundheitskosten bremsen
Mit der Reform will die Regierung die Eigenverantwortung der Versicherten stärken.
Konkret bedeutet das:
Versicherte sollen mehr Kosten selbst tragen
unnötige Arztbesuche könnten sinken
langfristig sollen Gesundheitsausgaben stabilisiert werden
Der Vorschlag betrifft das Krankenversicherungsgesetz (KVG).
Neuer Mechanismus geplant
Neben der einmaligen Erhöhung soll künftig ein automatischer Anpassungsmechanismus greifen.
Die Franchise würde steigen, wenn:
die Kostenbeteiligung der Versicherten
unter 13,5 % der gesamten Gesundheitsleistungen fällt.
Damit würde sich die Mindestfranchise künftig automatisch an die Kostenentwicklung anpassen.
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Parlament hatte bereits grünes Licht gegeben
Die Grundlage für den Vorschlag wurde bereits Ende 2024 gelegt.
Das Schweizer Parlament sprach sich damals grundsätzlich für eine Erhöhung aus.
Der Hintergrund:
steigende Kosten der Grundversicherung
zunehmende Belastung der Krankenkassen
Reformdruck im Gesundheitssystem
Letzte Erhöhung liegt über 20 Jahre zurück
Die Mindestfranchise wurde zuletzt 2004 erhöht.
Damals stieg sie von:
230 Franken auf 300 Franken
Trotz steigender Gesundheitskosten blieb sie seither unverändert.
Heute wählen laut Bundesrat rund:
45 % der Erwachsenen die tiefste Franchise
Auswirkungen für Versicherte
Sollte die Reform umgesetzt werden, würde das bedeuten:
höhere Eigenkosten bei Arztbesuchen
möglicherweise höhere Belastung für Personen mit niedrigem Einkommen
gleichzeitig potenziell weniger Prämienanstieg
Kritiker warnen jedoch, dass Menschen medizinische Behandlungen aufschieben könnten.
Die geplante Erhöhung der Mindestfranchise ist Teil eines grösseren Versuchs, das Schweizer Gesundheitssystem finanziell stabil zu halten.
Ob die Massnahme tatsächlich die Kosten bremst oder nur die Belastung der Versicherten erhöht, wird die politische Debatte der kommenden Monate zeigen.







