Zwischen Müllbergen, Hitze und Kälte kämpfen tausende Hunde täglich ums Überleben.
Im Kosovo hat sich die Streunerproblematik in den letzten Jahren zu einer landesweiten Herausforderung entwickelt.
Ein aktueller Einsatz zeigt nun, wie versucht wird, das Problem nachhaltig in den Griff zu bekommen.
Mehr als 50’000 Streunerhunde im Land
Schätzungen zufolge leben über 50’600 Hunde auf den Strassen des Kosovo.
Besonders betroffen ist die Region rund um Pristina, wo sich ein grosser Teil der Population konzentriert.
Die Ursachen sind komplex:
- unkontrollierte Vermehrung
- ausgesetzte Haustiere
- fehlende flächendeckende Kastration
- begrenzte Tierschutzstrukturen
Nur ein kleiner Teil der Tiere ist kastriert, was die Situation weiter verschärft.
Deponien als gefährliche Hotspots
Mülldeponien gelten im ganzen Land als zentrale Treffpunkte für Streunerhunde.
Hier finden die Tiere zwar Nahrung, doch die Lebensbedingungen sind extrem:
- scharfe Gegenstände im Abfall
- fehlender Schutz vor Wetter
- keine medizinische Versorgung
- hohes Verletzungsrisiko
Viele Tiere sind zudem scheu, was eine medizinische Versorgung erschwert.
CNVR-Einsatz in Podujeva
Zwischen dem 11. und 22. Mai führte die globale Tierschutzorganisation VIER PFOTEN gemeinsam mit dem lokalen Tierarzt Albatrit Halili einen CNVR-Einsatz durch.
CNVR steht für:
- Fangen
- Kastrieren
- Impfen
- Freilassen
Der Einsatz fand auf einer Deponie in der Gemeinde Podujeva statt.

Über 100 Hunde behandelt
Während der zwei Wochen wurden mehr als 100 streunende Hunde:
- kastriert
- geimpft
- medizinisch versorgt
Auch verletzte Tiere erhielten Behandlung vor Ort.
Ziel ist es, die Population langfristig zu stabilisieren.
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Stimmen aus dem Einsatz
Manuela Rowlings von VIER PFOTEN beschreibt die Situation deutlich:
Die Tiere leben unter extremen Bedingungen und sind täglich Hunger, Wetter und Verletzungen ausgesetzt.
Viele Hunde stammen aus ausgesetzten Haustieren oder unkontrollierter Zucht.
Pristina bleibt Schwerpunktregion
Eine gemeinsame Untersuchung von 2024 bis 2025 zeigt:
- rund 11’300 Streuner in Pristina
- ca. 3’000 Hunde in Podujeva
- etwa 42 Hunde pro 1’000 Einwohner in der Region Podujeva
Die Region bleibt damit ein zentraler Brennpunkt.
Wissenschaft und Ausbildung vor Ort
Neben der direkten Tierhilfe werden auch lokale Fachkräfte eingebunden.
Studierende der Veterinärmedizin erhalten praktische Einblicke in CNVR-Programme.
Damit soll langfristig lokale Kompetenz aufgebaut werden.
Langfristige Strategie statt Einzelaktionen
VIER PFOTEN setzt seit 2023 auf nachhaltige Programme im Kosovo.
Ziel ist ein landesweites Management der Hundepopulation durch:
- systematische Kastrationen
- Impfprogramme
- Datenbasierte Planung
- Aufklärung der Bevölkerung
Workshops in mehreren Regionen
Gemeinsam mit der Animal Rights Foundation werden Schulungen durchgeführt.
Die ersten Workshops fanden bereits in Peja und Prizren statt.
Animal Rights Foundation unterstützt Gemeinden bei der Entwicklung regionaler Aktionspläne.
Die Situation der Streunerhunde im Kosovo bleibt angespannt.
Doch Programme wie CNVR zeigen, dass kontrollierte Massnahmen Wirkung entfalten können.






