Milliarden investiert, doch das Wasser kommt immer wieder.
Was viele Filipinos schon lange vermuteten, ist nun offiziell: Das Hochwasserschutzsystem wurde systematisch ausgehöhlt – durch Korruption.
Das Wasser steigt – und mit ihm die Wut
„Wir waten durch Wasser – trotz Milliarden-Projekten“
In der Provinz Bulacan watet Cynthia Colindres regelmässig durch kniehohes Wasser. Ihre Geschichte steht exemplarisch für viele:
„Früher war alle zwei Jahre Hochwasser. Jetzt sind es drei Mal im Jahr – mindestens.“
Trotz offizieller Ausgaben in Millionenhöhe fehlt von funktionierender Infrastruktur jede Spur.
Ein Skandal erschüttert die Nation
Präsident Ferdinand R. Marcos Jr. musste im August einräumen:
Ein 9,8-Milliarden-Dollar-Programm zum Hochwasserschutz war von massiver Korruption durchzogen – laut nytimes.com.
-
Dämme und Deiche wurden nie gebaut
-
Projekte blieben unvollständig oder völlig nutzlos
-
Mindestens 100 Tote durch Taifun Kalmaegi in Cebu
Wie das System ausgehebelt wurde
Zwei Hauptmechanismen der Korruption
Laut Politologin Weena Gera funktioniert das Netzwerk über:
-
Aufgeblähte Projektbudgets durch Gesetzesänderungen
-
Manipulierte Vergabeprozesse mit illegalen Zahlungen
Wer profitierte?
-
Abgeordnete mit bis zu 30 % Schmiergeld-Anteil
-
Bezirksingenieure & Banker
-
Auftragnehmer mit Regierungskontakten
-
Hochrangige Beamte – teils durch Marcos persönlich geschützt?
Ermittlungen, Verhaftungen – und doch Misstrauen
Das sagt der Präsident
Marcos versprach:
„Das Geld des Volkes wird dem Volk zurückgegeben.“
-
8 Personen bereits festgenommen
-
Zaldy Co, Bauunternehmer, flüchtig – erhebt schwere Vorwürfe gegen Marcos und seine Familie
-
Luxusautos von Auftragnehmern beschlagnahmt (u.a. Rolls-Royce & Bentley)
Doch: Der politische Schaden ist da. Demonstrationen häufen sich. Dritte Grossdemo seit September in Manila.
Familieninterne Spaltung und politisches Beben
-
Senatorin Imee Marcos, Schwester des Präsidenten, kritisiert das Budget scharf
-
Vizepräsidentin Sara Duterte wirft Marcos Korruption vor
-
Gleichzeitig: Auch sie steht wegen fragwürdiger Ausgaben selbst in der Kritik
Der Skandal droht, historische politische Allianzen zu zerbrechen – und das Image der Marcos-Familie erneut zu beschädigen.
Klimawandel trifft auf politisches Versagen
Calumpit – Sinnbild einer Katastrophe
Cynthia Colindres hat ihr Haus umgebaut – das Erdgeschoss bleibt leer, alles Wichtige steht oben.
Evakuierungen, Gummistiefel, Notfallpläne – Alltag geworden.
„Früher dachte ich, nur der Klimawandel ist schuld. Jetzt weiss ich: Die Korruption ist schlimmer.“
Wenn Milliarden versickern
Hochwasserschutz ist kein Luxus – sondern Überlebenssicherung.
Doch in den Philippinen versickern Gelder schneller als der Regen.
Marcos steht unter Druck wie nie – und Millionen Bürger:innen stehen im Wasser.
Takeaway:
Klimakrise + Korruption = Katastrophe.
Wenn Vertrauen fehlt, helfen keine Deiche.










