Ein Entscheid mit grosser Sprengkraft
Im Kanton St. Gallen hat das Parlament eine Motion gutgeheissen, die ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen an öffentlichen Schulen vorsieht.
Der Entscheid fiel mit deutlicher Mehrheit – und löst bereits jetzt eine politische und gesellschaftliche Debatte aus.
Auslöser: Streitfall in Eschenbach SG
Ausgangspunkt der politischen Diskussion war ein Fall im Sommer 2025 in Eschenbach SG.
Damals lehnten Eltern die Anstellung einer jungen Lehrerin ab, weil sie ein Kopftuch tragen wollte. Die Schule entschied daraufhin, das Arbeitsverhältnis nicht einzugehen.
Der Fall führte zu einer kantonalen politischen Reaktion.
Motion im Kantonsrat: Forderung nach Klarheit
Kurz nach dem Fall reichten Mitglieder aus allen vier Fraktionen eine Motion ein.
Gefordert wurde eine klare Regelung im Volksschulgesetz.
Inhalt der Motion:
- Verbot religiös motivierter Kleidung oder Symbole für Lehrpersonen
- Geltung an öffentlichen Schulen
- Ziel: einheitliche rechtliche Grundlage im Kanton
Entscheidung: Deutliche Mehrheit im Rat
Am Mittwoch hat der Kantonsrat St. Gallen die Motion mit 70 zu 46 Stimmen angenommen.
Die Regierung hatte die Forderung grundsätzlich unterstützt, wollte das Verbot jedoch zunächst auf die Volksschule beschränken.
Mit dem Entscheid ist die Regierung nun verpflichtet, eine Gesetzesanpassung auszuarbeiten.
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Nächster Schritt: Gesetzesänderung folgt
Der politische Entscheid ist noch kein endgültiges Gesetz.
Nun muss die Kantonsregierung einen konkreten Gesetzesentwurf ausarbeiten, der später erneut im Parlament beraten wird.
Erst danach wäre eine Umsetzung möglich.
Gesellschaftliche Debatte: Neutralität vs. Religionsfreiheit
Der Entscheid sorgt bereits jetzt für Diskussionen.
Befürworter argumentieren:
- Schule soll religiös neutral sein
- Einheitliche Regeln für Lehrpersonen schaffen Klarheit
- Konflikte mit Eltern sollen verhindert werden
Kritiker warnen:
- Eingriff in die Religionsfreiheit
- mögliche Diskriminierung von Lehrpersonen
- Signalwirkung für andere Kantone
Politisch sensibles Thema
Das Thema bewegt sich im Spannungsfeld zwischen:
- staatlicher Neutralität im Bildungswesen
- individueller Religionsfreiheit
- gesellschaftlicher Integration
Damit gehört der Entscheid zu den umstrittensten bildungspolitischen Fragen im Kanton der letzten Jahre.
Erst der Anfang einer längeren Debatte
Mit dem Ja zur Motion ist eine politische Weichenstellung erfolgt – aber keine endgültige Regelung.
Die kommenden Monate werden zeigen, wie der Kanton St. Gallen das Spannungsfeld zwischen Neutralität und Religionsfreiheit gesetzlich lösen will.






