Wieder explodiert ein verbotener Böller.
Wieder trifft es ein Kind.
In Berlin kämpft ein Junge mit schwersten Verletzungen – mutmasslich durch eine illegale Kugelbombe. Die Forderungen nach einem Verbot werden lauter.
Dramatischer Fall in Berlin: Kind mit zerfetzter Hand im Spital
Das Unfallkrankenhaus Berlin (UKB) meldet einen besonders schweren Silvester-Unfall:
Ein Kind mit mutmasslicher Kugelbomben-Verletzung wurde eingeliefert.
„Eine Hand ist vollständig zerstört. Am Körper gibt es tiefe Wunden.“
– so das UKB in einem Beitrag auf X (ehemals Twitter)
Insgesamt habe das Krankenhaus fünf Bölleropfer in der Nacht behandelt.
Doch dieser Fall sei besonders dramatisch, heisst es weiter.
Kugelbomben: Verboten, aber weiter in Umlauf
Bereits 2022 wurde ein siebenjähriger Junge durch eine Kugelbombe lebensgefährlich verletzt. Damals wie heute folgen:
-
Notoperationen
-
Dutzende Eingriffe
-
ein langer Weg zurück ins Leben
Was sind Kugelbomben?
-
pyrotechnische Hohlkugeln mit Explosivmasse bis zu mehreren Kilo
-
erzeugen Lichteffekte am Himmel
-
in Deutschland nur für Profi-Pyrotechniker erlaubt
Trotzdem tauchen sie immer wieder im Privatgebrauch auf – meist illegal importiert oder verkauft.
Laut gmx.net ermittelt die Polizei nun, wie das explosive Teil in Kinderhände gelangen konnte.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Polizei-Gewerkschaft fordert: «Verbot für Privatpyrotechnik»
Angesichts der erneuten Verletzungen verlangt die Gewerkschaft der Polizei (GdP) Berlin:
„Wir brauchen ein Böllerverbot für Privatpersonen“, sagt GdP-Sprecher Benjamin Jendro im RBB-Inforadio.
Trotz leicht ruhigerer Lage als im Vorjahr:
Die Nacht sei alles andere als friedlich gewesen:
-
Angriffe mit Böllern und Raketen auf Einsatzkräfte
-
Polizisten fühlen sich wie „aus allen Richtungen beschossen“
-
fehlende Abschreckung durch lasche Strafen
„Wenn jemand verurteilt wird, gibt’s drei Stunden Brabbelkreis und Delfintherapie.“
Kritik: Gesetze gibt es längst – sie werden nur nicht angewendet
Der Berufsverband Rettungsdienst widerspricht Forderungen nach schärferen Gesetzen.
„Das Strafmass liegt heute schon bei bis zu fünf Jahren – es wird nur fast nie ausgeschöpft.“
– Frank Flake, Vorsitzender des Verbands
Sein Appell:
Strafen durchsetzen, nicht nur verschärfen
Täter schneller anklagen
Prozesse nicht Jahre später führen
Justizministerium reagiert – härtere Mindeststrafen geplant
Bereits kurz vor Silvester hatte das Bundesjustizministerium reagiert:
-
Gesetzentwurf zu mehr Schutz für Einsatzkräfte
-
künftig mindestens sechs Monate Freiheitsstrafe für Angriffe
-
in schweren Fällen sogar mindestens ein Jahr
Die Realität zeigt:
35 Polizisten wurden allein in Berlin verletzt – zwei davon mussten stationär aufgenommen werden.
Ein weiteres Kind, das wohl für immer gezeichnet bleibt.
Ein Böller, der nie in privaten Händen hätte landen dürfen.










