Künstliche Intelligenz verändert den Schweizer Arbeitsmarkt schneller als viele erwartet haben. Eine neue Analyse zeigt: Mehr als 850’000 Jobs könnten sich durch KI grundlegend wandeln.
Besonders betroffen sind Büroberufe, Verwaltungen sowie Tätigkeiten im Finanz- und Rechtsbereich. Gleichzeitig betonen Experten, dass die Entwicklung nicht automatisch Stellenabbau bedeutet.
Studie zeigt deutliche Auswirkungen auf Büroberufe
Die Denkfabrik einstAIn untersuchte 86 Berufsgruppen mit insgesamt rund drei Millionen Arbeitsplätzen in der Schweiz.
Das Ergebnis: Rund 28 Prozent der analysierten Jobs weisen eine hohe KI-Exposition auf. Das bedeutet, dass Künstliche Intelligenz einen grossen Teil der typischen Aufgaben übernehmen oder deutlich beschleunigen könnte.
Besonders stark betroffen sind:
- Administration und Verwaltung
- Finanz- und Rechtsberufe
- Büro- und Dienstleistungstätigkeiten
- Tätigkeiten mit hohem Bildschirmanteil
Deutlich weniger betroffen sind hingegen:
- Handwerk und Bau
- Gesundheitsberufe
- Pflegeberufe
- Soziale Berufe
Über 80 Milliarden Franken Lohnsumme betroffen
Laut Analyse liegen allein in den untersuchten Berufen mehr als 80 Milliarden Franken an Lohnsumme im direkten Einflussbereich von KI.
Die Studienautoren betonen jedoch, dass hohe KI-Exposition nicht automatisch den Verlust von Arbeitsplätzen bedeutet.
Vielmehr gehe es um die Frage, wie sich einzelne Tätigkeiten verändern und wie Unternehmen die neue Technologie einsetzen.
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Das Wichtigste auf einen Blick
- 850’000 Jobs in der Schweiz stark von KI betroffen
- 28 Prozent der untersuchten Stellen mit hoher KI-Exposition
- Über 80 Milliarden Franken Lohnsumme im Einflussbereich von KI
- Besonders betroffen: Verwaltung, Finanzen und Recht
- Weniger betroffen: Bau, Handwerk, Gesundheit und Pflege
- Experten sehen Chancen für neue Arbeitsmodelle und Innovationen
Fachkräftemangel könnte KI zusätzlich antreiben
Gleichzeitig steht die Schweiz vor einer demografischen Herausforderung.
Zwischen 2023 und 2029 erreichen laut Studie rund 788’000 Menschen das Pensionsalter. Im gleichen Zeitraum treten nur etwa 640’000 junge Arbeitskräfte neu in den Arbeitsmarkt ein.
Dadurch könnte eine Lücke von rund 148’000 Arbeitskräften entstehen.
Experten sehen deshalb in KI nicht nur eine technologische Entwicklung, sondern auch eine Möglichkeit, die Produktivität langfristig zu sichern.
Weiterbildung wird zum Schlüsselfaktor
Nach Ansicht der Studienverantwortlichen entscheidet sich der Erfolg der KI-Transformation vor allem bei der Weiterbildung.
Arbeitnehmende müssten frühzeitig neue Kompetenzen erwerben, damit sie die technologischen Veränderungen aktiv mitgestalten können.
Die Analyse kommt deshalb zum Schluss, dass die Schweiz eine breit angelegte KI-Qualifizierungsoffensive benötigt, um die Chancen der Technologie optimal zu nutzen.
Arbeitswelt vor historischem Wandel
Die Untersuchung zeigt deutlich: Die Auswirkungen von Künstlicher Intelligenz sind längst keine Zukunftsvision mehr.
Ob daraus mehr Wohlstand, neue Berufsbilder und zusätzliche Wertschöpfung entstehen oder ob Unsicherheit und Verdrängung zunehmen, dürfte wesentlich davon abhängen, wie Unternehmen, Politik und Bildungssystem auf den Wandel reagieren.






