Zwischen Fortschritt und Rückstand
Die Schweizer Versicherungsbranche hat in den letzten Jahren digital aufgeholt. Kundenportale, Apps und Online-Services sind heute Standard.
Doch im internationalen Vergleich bleibt die Branche zurück. Eine neue Analyse zeigt deutliche Lücken – besonders bei Daten, Personalisierung und KI.
Schweiz unter internationalem Durchschnitt
Ein Benchmark über fast fünf Jahre zeigt:
- Schweiz: 511 von 1’000 Punkten
- Internationaler Durchschnitt: 568 Punkte
Elaboratum hat dafür mehr als 40 Versicherungsorganisationen weltweit analysiert.
Das Ergebnis: Die Schweiz liegt klar unter dem internationalen Niveau.
Kein Unternehmen in der Top-Reifephase
Besonders auffällig: Kein Schweizer Versicherer erreicht die höchste digitale Reifestufe.
Alle befinden sich auf einem mittleren Entwicklungsniveau.
Das bedeutet:
- digitale Tools sind vorhanden
- Nutzung bleibt oft eingeschränkt
- Systeme sind häufig nicht miteinander vernetzt
Daten bleiben grösste Schwachstelle
Am schwächsten schneidet die Branche im Bereich Datenverarbeitung ab.
Typische Probleme:
- fehlende zentrale Kundendatenmodelle
- kaum «Golden Records»
- unzureichende Analyse des Kundenwerts
- isolierte Systeme statt vernetzter Plattformen
Damit fehlt die Grundlage für echte Personalisierung.
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Technologie vorhanden – aber schlecht verbunden
Technisch steht die Schweiz nicht schlecht da.
Doch die Systeme arbeiten oft nebeneinander statt miteinander:
- Marketing
- Vertrieb
- Kundenservice
Die Folge: Kunden erhalten oft standardisierte Kommunikation statt individueller Angebote.
KI als möglicher Wendepunkt
Besonders generative KI könnte die Situation verändern.
Sie ermöglicht:
- automatisierte Inhalte in mehreren Sprachen
- günstigere Personalisierung
- bessere Nutzung vorhandener Daten
Gerade für die mehrsprachige Schweiz könnte das entscheidend sein.
Internationale Spitzenreiter sind weiter
Top-Unternehmen im Ausland setzen bereits konsequent auf:
- KI-gestützte Personalisierung
- integrierte Datenplattformen
- automatisiertes Lead-Management
Die Effekte sind deutlich:
- bis zu 25 % höhere Abschlussquoten
- bis zu 20 % weniger Kundenabwanderung
Schweiz mit starkem Know-how
Positiv fällt die Schweiz bei den Mitarbeitenden auf.
Die digitalen Kompetenzen sind hoch und liegen sogar über dem internationalen Schnitt.
Das Problem liegt also weniger bei den Menschen als bei den Strukturen.






