Ein Medikament im Zentrum eines Milliardenstreits
Es gilt als medizinischer Durchbruch – und als Symbol für überhöhte Preise.
Ein einziges Krebsmedikament sorgt weltweit für Diskussionen über Gewinne, Forschungskosten und Gerechtigkeit im Gesundheitswesen.
Was ist Keytruda?
Keytruda gehört zu den wichtigsten Fortschritten der modernen Onkologie.
- Seit rund 12 Jahren auf dem Markt
- Aktiviert das Immunsystem gegen Krebszellen
- Eingesetzt bei rund 40 Krebsarten
- Einer der wichtigsten Umsatztreiber in der Krebsmedizin
Ein Analyst beschreibt es als medizinischen Wendepunkt, da erstmals das Immunsystem gezielt gegen Tumore eingesetzt werden konnte.
Entwicklungskosten: 2 oder 50 Milliarden?
Hier beginnt der Streit.
Der Hersteller MSD (Merck) nennt extrem hohe Investitionen:
- über 30 Milliarden USD interne Forschung
- rund 14 Milliarden USD für Kooperationen und Akquisitionen
- ca. 2 Milliarden USD für Infrastruktur
Gesamtargument: fast 50 Milliarden USD
Kritik: deutlich tiefere Kosten?
Die Organisation Public Eye kommt zu einer ganz anderen Einschätzung:
- tatsächliche F&E-Kosten eher bei rund 2 Milliarden USD
- nur etwa 3 % des Umsatzes für Forschung
- viele Kosten durch spätere Studien und Varianten seien überbewertet
Warum die Zahlen so auseinandergehen
Der Streit liegt nicht nur in den Daten, sondern in der Definition:
Hersteller-Sicht
- alle Programme rund um das Medikament werden eingerechnet
- auch spätere Studien und Kombinationstherapien
- langfristige Entwicklung über viele Jahre
Kritiker-Sicht
- nur erste Zulassungskosten relevant
- Folgeindikationen oft nur kleine Anpassungen
- Patente und neue Anwendungen seien überbewertet
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Milliardenumsatz in der Schweiz
In der Schweiz gehört Keytruda zu den teuersten Medikamenten der Grundversicherung:
- über 180 Millionen Franken pro Jahr
- zählt zu den Top-3-Kostenmedikamenten
- viele Patientinnen und Patienten betroffen
Wo fliessen die Gewinne hin?
Die Debatte spitzt sich zu:
- Pharmafirmen erzielen hohe Gewinne trotz hoher Kosten
- viel Geld fliesst in Marketing und Akquisitionen
- Investoren erwarten stetiges Wachstum
Ein Analyst bringt es auf den Punkt:
Nur etwa 1 von 10 Projekten wird am Ende erfolgreich.
U.S. Securities and Exchange Commission-Unterlagen zeigen, dass Transparenz zwar existiert, aber kaum produktbezogen aufgeschlüsselt wird.
Ginge es auch günstiger?
Theoretisch ja – praktisch schwierig.
- Pharmafirmen sind börsenkotiert
- Aktionäre erwarten steigende Gewinne
- Preisdruck könnte Innovationen beeinflussen






