Ein Abschied, der unter die Haut geht.
Die legendären Kessler-Zwillinge sind tot – sie starben gemeinsam, freiwillig.
Die beiden Show-Ikonen sollen laut Bild Sterbehilfe in Anspruch genommen haben. Ihr Tod erschüttert Deutschland, Italien – und all jene, die mit „Da-da-un-pa“ gross geworden sind.
Wer waren Alice und Ellen Kessler?
Die Kessler-Zwillinge wurden am 20. August 1936 im sächsischen Nerchau geboren.
Schon früh standen sie auf der Bühne – zuerst im Opernballett der DDR, später auf internationalen Varietés.
Mit 16 flohen sie 1952 aus der DDR nach Westdeutschland, landeten in Düsseldorf – und von dort aus auf den Weltbühnen.
Stationen ihrer Karriere:
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Auftritte mit Frank Sinatra, Fred Astaire, Mina, Johnny Dorelli
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Engagements in Paris, Rom, München und beim ZDF
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Rollen in Filmen von Dino Risi und Alberto Sordi
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Cover auf dem Playboy mit 40 Jahren
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Millionen Menschen begeisterten sich für ihre Choreografien – und ihre ikonischen langen Beine
Sie galten als „die Beine der Nation“ – ein Begriff, der bis heute in die Popkultur nachhallt.
Der Tod in Grünwald: Was ist passiert?
Laut Bild wurden die 89-jährigen Schwestern tot in ihrem Haus in Grünwald bei München aufgefunden – in zwei verbundenen Wohnungen, getrennt nur durch eine Schiebewand.
Die Polizei wurde erst nach dem Tod informiert, bestätigte aber schnell:
Kein Fremdverschulden.
Stattdessen soll es sich um Sterbehilfe gehandelt haben – laut deutschem Recht unter bestimmten Bedingungen legal.
Sie hatten offenbar ihren letzten Weg vorbereitet – und sich dabei gegenseitig beigestanden.
Laut ansa.it verfügten sie testamentarisch, dass ihre Asche in einer gemeinsamen Urne beigesetzt wird.
Sterbehilfe in Deutschland – erlaubt?
Seit dem Bundesverfassungsgerichtsurteil von 2020 ist ärztlich assistierter Suizid in Deutschland nicht strafbar, sofern:
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der Wille des Patienten eigenständig und dauerhaft ist
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keine Einflussnahme oder psychische Erkrankung vorliegt
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Ärzte beratend zur Seite stehen
Ob die Kessler-Zwillinge einen dieser Wege wählten, ist nicht offiziell bestätigt – doch laut Bild hatten sie klare Vorkehrungen getroffen.
Was bleibt von den Kesslers?
Ihre Karriere war beispiellos.
Ihre Synchronität – als Tänzerinnen wie als Menschen – war ihr Markenzeichen.
Sie blieben ihr Leben lang ledig, wohnten nahe beieinander, sprachen oft synchron.
Was sie sagten, war oft genauso einstudiert wie ihre Tanzschritte – nur dieses Mal war es ein letzter, selbstbestimmter Schritt.
Die Kessler-Zwillinge starben, wie sie lebten: gemeinsam.
Ihr letzter Auftritt war leise – aber bestimmt. Und er stellt Fragen:










