Entwarnung für alle, die Wasser aus dem Genfersee trinken:
Ein Expertenbericht des Swiss Centre for Applied Human Toxicology (SCAHT) bestätigt – kein Risiko für die Gesundheit.
Trotz Spuren von 1,2,4-Triazol im Trinkwasser bleibt das Wasser sicher für Mensch und Tier.
Was wurde untersucht?
Das SCAHT hat im Auftrag der Kantone Genf, Waadt und Wallis die Trinkwasserproben aus dem Genfersee analysiert.
Dabei wurden sehr geringe Mengen von 1,2,4-Triazol nachgewiesen – zwischen 0,5 und 0,8 Mikrogramm pro Liter (µg/L).
Zum Vergleich:
Selbst bei einer angenommenen Maximalbelastung von 1,5 µg/L wäre die Belastung 460-mal niedriger als der internationale Sicherheitsgrenzwert.
Das bedeutet: Eine erwachsene Person müsste täglich über 900 Liter Wasser trinken, um eine potenziell gefährliche Dosis zu erreichen.
Sicherheit auch für Kinder garantiert
Kinder reagieren empfindlicher auf Schadstoffe – deshalb wurde ihre Exposition separat berechnet.
Das Ergebnis:
Auch für Kleinkinder liegt die Belastung 153-mal unter dem kritischen Schwellenwert.
Das heisst:
Leitungswasser kann ohne Bedenken auch zur Zubereitung von Babynahrung oder Milchpulver verwendet werden.
Gilt für die ganze Bevölkerung
Die Grenzwerte berücksichtigen:
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Kinder, Schwangere und empfindliche Personen,
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einen Lebenszeitverbrauch von 2 Litern Wasser pro Tag,
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biologische Unterschiede in der Empfindlichkeit.
Damit bleibt die Sicherheitsmarge für alle Bevölkerungsgruppen hoch.
Keine Eile, aber Wachsamkeit
Das SCAHT sieht keine Notwendigkeit für sofortige regulatorische Massnahmen.
Stattdessen empfiehlt es:
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eine regelmässige Überwachung der Konzentrationen,
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technische Optimierungen der Wasseraufbereitung,
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langfristige Reduktion unter den Bundesreferenzwert (0,1 µg/L).
Dieser Bundeswert ist rein technisch definiert, nicht toxikologisch – er gilt als Vorsichtsschwelle für alle Pestizide und deren Abbauprodukte.
Drei Kantone – ein gemeinsamer Plan
Die Kantone Genf, Waadt und Wallis arbeiten eng zusammen:
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Regelmässige Kontrollen von See-, Fluss- und Grundwasser
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Austausch mit dem Bund und wissenschaftlichen Partnern
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Gemeinsame technische Projekte zur Verbesserung der Wasseraufbereitung
Der Kanton Wallis hat zudem von der Industrie, insbesondere von Syngenta, konkrete Massnahmen verlangt, um Einleitungen in die Rhone und den Genfersee zu reduzieren.
Industrie reagiert – neue Filtertests in Arbeit
Syngenta hat eine Task Force aus Fachleuten eingesetzt.
Kurzfristig wird belastetes Wasser verbrannt, mittelfristig testet das Unternehmen verschiedene Aufbereitungstechnologien, darunter:
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Flüssig-Flüssig-Extraktion
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Aktivkohle-Filterung
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Elektrolyse
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UV-Bestrahlung
Tests laufen in Monthey (VS) sowie an Forschungsstandorten in der Schweiz und Grossbritannien.
Fazit: Trinkwasser bleibt sicher
Die Bewertungen von SCAHT (CH), ANSES (FR) und EFSA (EU) sind eindeutig:
Das Trinkwasser aus dem Genfersee kann ohne Gesundheitsgefahr konsumiert werden.
Die Behörden informieren die Bevölkerung regelmässig über die weitere Entwicklung – Transparenz bleibt oberste Priorität.









