Der Job gibt Halt – doch genau dieser Halt beginnt zu bröckeln.
Immer mehr Menschen in der Schweiz haben Angst, ihre Stelle zu verlieren. Besonders betroffen: die Jüngeren.
Eine neue Studie zeigt, wie tief die Unsicherheit mittlerweile sitzt – und warum sie wächst.
Jede vierte Person sorgt sich um den Job
Eine repräsentative Umfrage des Verbands Angestellte Schweiz, durchgeführt vom Meinungsforschungsinstitut DemoSCOPE, zeichnet ein klares Bild:
- 25 % der Erwerbstätigen haben Angst um ihren Arbeitsplatz
- 10 % halten einen Jobverlust innerhalb von 12 Monaten für wahrscheinlich
- 24 % fühlen sich unsicherer als noch vor einem Jahr
Über 1000 Personen wurden für die Studie befragt.
Überraschend: Nicht Krisen, sondern Firmen sorgen für Druck
Viele würden erwarten, dass geopolitische Krisen die Hauptursache sind.
Doch die Realität sieht anders aus.
Die grössten Stressfaktoren sind:
- Strategische Unternehmensentscheide
- Kostendruck
- Reorganisationen
- Digitalisierung und Künstliche Intelligenz
Konkrete Zahlen aus der Studie:
- 29 % erlebten Reorganisationen
- 26 % Entlassungen
- 17 % Einstellungsstopps
KI als stiller Unsicherheitsfaktor
Besonders auffällig: Der Einfluss von Technologie.
- 24 % der Beschäftigten in Grossunternehmen haben KI im Job eingeführt erlebt
- Viele fürchten, dass Aufgaben automatisiert werden
Gleichzeitig glauben 42 % derjenigen ohne Jobangst, dass ihre Arbeit nicht durch KI ersetzbar ist – ein entscheidender Unterschied.
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Junge Menschen besonders betroffen
Ein zentrales Ergebnis überrascht selbst Expert:innen:
Unter 30-Jährige fühlen sich deutlich unsicherer als ältere Arbeitnehmende.
Mögliche Gründe:
- Schwieriger Einstieg in den Arbeitsmarkt
- Häufig befristete Verträge
- Weniger stabile Positionen
- Jobs mit geringerer Verantwortung – leichter ersetzbar
Gerade Praktika und Einstiegsstellen könnten schneller automatisiert werden.
Warum Unsicherheit gefährlich ist
Jobangst bleibt nicht folgenlos.
Sie kann:
- Motivation senken
- Zusammenarbeit erschweren
- Innovationskraft bremsen
- Lernbereitschaft reduzieren
Fehlt das Vertrauen, leidet die gesamte Arbeitskultur.
Weiterbildung als Schlüssel zur Sicherheit
Die gute Nachricht: Es gibt Lösungen.
Die Befragten sehen vor allem zwei Wege:
- 82 % halten Weiterbildung für entscheidend
- 64 % nennen Umschulung als wichtige Massnahme
Zusätzlich wichtig:
- Klare Unternehmensstrategie
- Transparente Kommunikation
- Verlässliche Perspektiven
Expert:innen fordern Umdenken
Laure Fasel von Angestellte Schweiz bringt es auf den Punkt:
Viele erleben den Wandel nicht als Chance, sondern als Belastung.
Die Forderung an Unternehmen:
- Offen kommunizieren
- Mitarbeitende einbeziehen
- Sicherheit vermitteln
Denn oft ist nicht die Veränderung selbst das Problem – sondern die Ungewissheit.
Neue Initiativen für die Arbeitswelt von morgen
Mit der Plattform einstAIn.ch will Angestellte Schweiz aktiv Lösungen entwickeln.
Ziel:
- Austausch zwischen Wirtschaft, Politik und Wissenschaft
- Konkrete Antworten auf KI und Arbeitswandel
- Stärkung der Arbeitnehmenden
Vertrauen wird zum wichtigsten Faktor
Technologie verändert die Arbeitswelt – daran führt kein Weg vorbei.
Doch entscheidend ist, wie dieser Wandel gestaltet wird.






