Tokio. Japans erste Premierministerin ist im Amt – doch bei der Thronfolge bleibt sie strikt konservativ.
Sanae Takaichi bekräftigt im Parlament: Der Zugang zum Chrysanthementhron soll weiterhin Männern vorbehalten bleiben.
Trotz Umfragen, die eine Mehrheit für eine regierende Kaiserin zeigen.
Klare Absage an Reformen
Premierministerin Sanae Takaichi stellte im Parlament klar, dass sie Änderungen der Thronfolgeregeln ablehnt.
Die Thronfolge solle weiterhin ausschliesslich männlichen Nachkommen der kaiserlichen Linie vorbehalten bleiben.
Laut ansa.it verwies Takaichi auf die Empfehlung eines Expertengremiums, das eine Beschränkung auf männliche Nachkommen als „angemessen“ bezeichnet hatte.
Dabei zeigen Umfragen seit Jahren, dass eine Mehrheit der Bevölkerung einer regierenden Kaiserin offen gegenübersteht.
Verteidigung der Tradition
Beobachter sehen in Takaichis Haltung eine umfassendere konservative Agenda.
Die 64-Jährige gilt als prominente Vertreterin des nationalkonservativen Flügels der regierenden Liberaldemokratische Partei.
Weitere Positionen der Premierministerin:
Ablehnung von Doppelnamen für Ehepaare
Betonung traditioneller Familienmodelle
Skepsis gegenüber weitreichenden Gleichstellungsreformen
Obwohl Takaichi Japans erste Premierministerin ist, umfasst ihr Kabinett derzeit nur zwei Ministerinnen – ein Punkt, den die Opposition kritisch hervorhebt.
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Der Chrysanthementhron – eine uralte Institution
Der japanische Kaiserthron gilt als die älteste ununterbrochen bestehende Erbmonarchie der Welt.
Die Tradition reicht symbolisch bis ins Jahr 660 v. Chr. zurück.
Nach geltendem Recht:
Nur männliche Nachkommen sind thronfolgeberechtigt
Prinzessinnen verlieren bei Heirat mit Nicht-Adligen ihren kaiserlichen Status
Die Debatte um eine mögliche Reform wird seit Jahren geführt – bisher ohne politische Mehrheit für eine Änderung.
Politisches Signal über die Monarchie hinaus
Takaichis klare Position sendet ein Signal:
Selbst unter einer weiblichen Regierungschefin steht die Verteidigung traditioneller Strukturen im Vordergrund.
Ob sich dieser Kurs langfristig gegen den gesellschaftlichen Wandel behaupten kann, bleibt offen.










