Der britische Autobauer Jaguar Land Rover (JLR) plant ein umfangreiches Sparprogramm und will in den kommenden zwei Jahren rund 4000 Stellen abbauen. Das Unternehmen will damit etwa 1,7 Milliarden Pfund einsparen. Belastet wird der Konzern unter anderem durch sinkende Verkaufszahlen, den wachsenden Wettbewerb aus China und die Folgen eines schweren Cyberangriffs.
Jaguar Land Rover steht vor einem der grössten Sparprogramme seiner Unternehmensgeschichte. Wie das Unternehmen laut der Nachrichtenagentur PA mitteilte, sollen weltweit beziehungsweise in den betroffenen Geschäftsbereichen rund 4000 Arbeitsplätze in den kommenden zwei Jahren wegfallen.
Mit den geplanten Massnahmen will der Autobauer insgesamt etwa 1,7 Milliarden Pfund einsparen. Das entspricht umgerechnet rund 1,86 Milliarden Franken.
Hoher Kostendruck für Jaguar Land Rover
Jaguar Land Rover ist der grösste Fahrzeughersteller Grossbritanniens. Nach Angaben der BBC beschäftigt der Konzern weltweit rund 43’000 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, wobei ein grosser Teil davon in Grossbritannien arbeitet.
Unternehmenschef P.B. Balaji verwies auf die schwierige Lage der internationalen Automobilindustrie. Die Branche stehe vor erheblichen Herausforderungen, darunter der technologische Wandel, intensiver Wettbewerb und anhaltende geopolitische Unsicherheiten.
Wie zahlreiche andere europäische Autohersteller bekommt auch JLR die Veränderungen auf dem Automarkt zu spüren. Steigende Kosten treffen auf eine schwächere Nachfrage, während gleichzeitig Hersteller aus China zunehmend auf den europäischen Märkten präsent sind.
Besonders der technologische Wandel in Richtung Elektrofahrzeuge und die damit verbundenen Investitionen erhöhen den finanziellen Druck auf die etablierten Autobauer. Gleichzeitig müssen die Unternehmen ihre Produktionsstrukturen an veränderte Absatzmärkte anpassen.
Cyberangriff verschärfte die Situation
Zusätzlich wurde Jaguar Land Rover im vergangenen Jahr von einem schweren Cyberangriff getroffen. Der Angriff führte zu erheblichen Betriebsunterbrechungen und verursachte nach den vorliegenden Angaben Verluste in Milliardenhöhe.
Der Vorfall belastete den Konzern zu einem Zeitpunkt, an dem die Automobilindustrie ohnehin mit einem schwierigen Marktumfeld kämpft. Neben den direkten finanziellen Folgen mussten Produktions- und Geschäftsabläufe wiederhergestellt und die IT-Infrastruktur abgesichert werden.
Das nun angekündigte Sparprogramm soll Jaguar Land Rover finanziell wieder stabiler aufstellen. Welche konkreten Standorte und Geschäftsbereiche wie stark vom Abbau der 4000 Stellen betroffen sein werden, geht aus den vorliegenden Informationen nicht hervor.
Die Entwicklung zeigt zugleich den zunehmenden Druck auf europäische Autobauer. Neben der Umstellung auf neue Antriebstechnologien müssen sie sich gegen internationale Konkurrenten behaupten und gleichzeitig Kosten senken.






