
Bei einem schweren Luftangriff im Süden der libanesischen Hauptstadt Beirut hat Israel in der Nacht auf Samstag den mutmasslichen Generalstabschef der Hisbollah ins Visier genommen. Es handelt sich um den ersten israelischen Angriff auf Beirut seit Anfang Juni, wie edition.cnn.com berichtet wird.
Ziel: Haytham Ali Tabatabai – zweithöchster Kommandeur der Hisbollah
Laut israelischen Regierungs- und Militärangaben wurde ein hochrangiger Kommandeur attackiert: Haytham Ali Tabatabai, der faktische Stellvertreter von Hisbollah-Chef Hassan Nasrallah und einer der wichtigsten militärischen Strategen der Organisation.
Ob Tabatabai getötet wurde, ist zum jetzigen Zeitpunkt nicht bestätigt. Eine israelische Quelle erklärte gegenüber CNN, man prüfe die Lage.
Opferzahlen und Schäden
Das Gesundheitsministerium im Libanon meldete:
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1 Toter
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21 Verletzte
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Schwere Schäden an einem Wohnhaus, aus dessen oberen Stockwerken dichter Rauch aufstieg.
Der Angriff traf ein dicht besiedeltes Viertel im Süden Beiruts, in dem die Hisbollah traditionell starken Rückhalt hat.
Israels Regierung: „Wer die Hand gegen Israel erhebt, dem wird die Hand abgehackt“
Der Angriff wurde laut Angaben aus dem Büro des israelischen Premierministers Benjamin Netanjahu auf ausdrückliche Empfehlung seines Verteidigungsministers und des Generalstabschefs angeordnet.
Verteidigungsminister Israel Katz erklärte:
„Wir werden weiterhin mit aller Entschlossenheit vorgehen, um jede Bedrohung für die Bewohner des Nordens und den Staat Israel abzuwenden. Wer die Hand gegen Israel erhebt, dem wird die Hand abgehackt.“
Hintergrund: Eskalation seit 2024
Bereits im September 2024 hatte Israel bei einem gezielten Angriff den langjährigen Hisbollah-Führer Hassan Nasrallah getötet. Seither gilt die militärische Führung der Gruppe als stark geschwächt.
Weitere Massnahmen Israels:
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Zerstörung von Kommunikationsmitteln wie Pager und Funkgeräten
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Mehrere gezielte Tötungen hochrangiger Mitglieder
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Regelmässige Angriffe im Südlibanon und Bekaa-Tal, trotz bestehender Waffenruhe
Die USA hatten Tabatabai 2016 als Terroristen eingestuft und ein Kopfgeld von bis zu 5 Millionen US-Dollar auf ihn ausgesetzt.
Waffenstillstand und ungelöste Abrüstungsfrage
Gemäss dem Waffenstillstandsabkommen sollte die Hisbollah:
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ihre schweren Waffen abgeben
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ihr Personal südlich des Litani-Flusses abziehen
Da kaum Fortschritte erzielt wurden, drohte Israel wiederholt mit einer Ausweitung der Militäraktionen.
Reaktionen aus dem Libanon
Der libanesische Präsident Joseph Aoun warf Israel vor, jede diplomatische Lösung zu sabotieren.
Israel „scheue keine Mühen, seine Ablehnung jeglicher Verhandlungslösung zu demonstrieren“, so Aoun.
Die Lage bleibt angespannt – eine weitere Eskalation im Norden Israels und im Libanon gilt als wahrscheinlich.









