Irland hat das Nations-League-Spiel gegen Israel mit 3:0 gewonnen. Für deutlich mehr Aufmerksamkeit als das Ergebnis sorgten jedoch die politischen Protestaktionen der irischen Mannschaft. Die Spieler trugen schwarze Armbinden und verzichteten während der israelischen Hymne auf Gesten des üblichen Zeremoniells.
Die Partie fand im ungarischen Debrecen auf neutralem Boden statt. Bereits im Vorfeld war in Irland über einen möglichen Boykott diskutiert worden. Die Mannschaft entschied sich letztlich gegen einen vollständigen Boykott – mit Ausnahme von Ersatztorwart Gavin Bazunu.
Irische Spieler setzen Zeichen
Die irischen Spieler liefen mit schwarzen Armbinden auf. Damit wollten sie nach eigenen Angaben an Menschen erinnern, die im Zusammenhang mit dem Konflikt im Nahen Osten ihr Leben verloren haben.
Während der israelischen Nationalhymne hielten die irischen Spieler ihre Köpfe gesenkt. Zudem gab es weder vor noch nach der Partie das übliche Abklatschen zwischen den Mannschaften. Nach seinem Treffer zum 3:0 nahm Jack Moylan seine Armbinde ab und küsste sie.
Nationaltrainer Heimir Hallgrimsson erklärte nach der Partie, seine Spieler hätten mit ihrem Verhalten ihre Unterstützung für den Protest gezeigt und Aufmerksamkeit auf das Thema gelenkt. Laut GMX hatte die Mannschaft in den Tagen vor dem Spiel einen Boykott erwogen, sich letztlich aber für die Teilnahme entschieden.
Der irische Fussballverband hatte einen Boykott nach eigenen Angaben nicht in Betracht gezogen. Präsident Paul Cooke erklärte gegenüber dem Sender RTÉ, der Verband habe von Beginn an festgehalten, dass die Partie ausgetragen werde.
Israelische Spieler reagieren emotional
Auf israelischer Seite sorgten die Aktionen der Iren für deutliche Reaktionen. Torhüter Daniel Peretz bezeichnete die Vorgänge nach dem Spiel als Folge von Unwissenheit.
Kapitän Manor Solomon zeigte sich ebenfalls emotional. Er sagte, er müsse sich bei seinen Aussagen zurückhalten, da ihm andernfalls eine Sperre drohen könnte. Zugleich erklärte er, die israelische Mannschaft fühle sich von den irischen Spielern nicht akzeptiert.
Die Begegnung war bereits vor dem Anpfiff politisch stark aufgeladen. In Irland gab es seit der Auslosung Proteste gegen die Spiele gegen Israel. Hallgrimsson verwies auf die breite Unterstützung für Palästina in seinem Land.
Bazunu verzichtet auf das Spiel
Ersatztorwart Gavin Bazunu entschied sich, nicht mit der Mannschaft nach Debrecen zu reisen beziehungsweise nicht am Spiel teilzunehmen. In einer Erklärung begründete er seine Entscheidung mit seiner persönlichen Haltung gegen die Tötung unschuldiger Menschen.
Bazunu betonte zugleich, dass sich seine Haltung nicht gegen das israelische Volk oder die jüdische Gemeinschaft richte. Seine Kritik beziehe sich auf die Vorgänge und das Leid im Nahen Osten.
Rückspiel findet in Serbien statt
Das Rückspiel zwischen Israel und Irland ist für den 4. Oktober angesetzt und soll ebenfalls auf neutralem Boden stattfinden. Austragungsort ist Serbien.
Hintergrund der politischen Auseinandersetzungen ist der Gaza-Krieg, der nach dem Angriff der Hamas und anderer bewaffneter Gruppen auf Israel am 7. Oktober 2023 begann. Dabei wurden nach internationalen Angaben rund 1’200 Menschen getötet und mehr als 250 Menschen als Geiseln in den Gazastreifen verschleppt.
Im weiteren Verlauf des Krieges starben im Gazastreifen zehntausende Menschen. Die Angaben zu den Opferzahlen stammen überwiegend von der von der Hamas kontrollierten Gesundheitsbehörde und sind nicht in allen Fällen unabhängig überprüfbar. Trotz einer seit Oktober 2025 geltenden Waffenruhe kommt es weiterhin zu tödlichen Angriffen.






