Ein von den USA angegriffener iranischer Öltanker ist nach Angaben des US-Militärs im Golf von Oman gesunken. Die «M/T Kylo» war zuvor von US-Kräften an mehreren Stellen getroffen und manövrierunfähig gemacht worden. Die Besatzung hatte das Schiff nach Angaben des US-Militärs zuvor verlassen. Die Angaben konnten zunächst nicht unabhängig überprüft werden.
Das US-Regionalkommando Centcom teilte in der Nacht mit, die «M/T Kylo» sei nach dem Angriff auf den Meeresgrund gesunken. Das Versenken des Tankers sei auf die «Präzision und Professionalität» der US-Soldaten zurückzuführen. Nach Angaben des Militärs war das Schiff zum Zeitpunkt des Angriffs nicht mit Öl beladen.
Ein vom US-Militär veröffentlichtes Video zeigte den Tanker zunächst mit deutlicher Schlagseite. Anschliessend schien das Schiff vollständig unterzugehen. Centcom hatte bereits zuvor erklärt, dass die «M/T Kylo» an mehreren entscheidenden Stellen getroffen worden sei, um sie dauerhaft unbrauchbar zu machen.
Iran greift US-Kriegsschiffe an
Die USA begründeten ihre Angriffe auf die Tanker mit mehreren Attacken auf amerikanische Kriegsschiffe in der Region. Nach Darstellung von Centcom feuerten die iranischen Revolutionsgarden ballistische Raketen auf einen US-Flugzeugträger und einen Zerstörer.
Die US-Schiffe hätten den Raketen ausweichen können. Verletzte habe es dabei nach Angaben des US-Militärs nicht gegeben.
Auch iranische Medien berichteten über die Angriffe. Sie stellten die Ereignisse jedoch aus iranischer Sicht dar und erklärten, die US-Kriegsschiffe seien durch die Angriffe zur Flucht gezwungen worden. Die Angaben beider Seiten zu den konkreten Folgen der Gefechte liessen sich zunächst nicht unabhängig überprüfen.
Drei Tanker von US-Kräften angegriffen
Das US-Militär hatte am Samstag erklärt, insgesamt drei iranische Öltanker angegriffen zu haben. Neben der «M/T Kylo» seien zwei weitere Schiffe getroffen worden. Diese sollen nach Angaben von Centcom ebenfalls dauerhaft unbrauchbar gemacht worden sein.
Einer der Tanker befand sich demnach vor der strategisch wichtigen iranischen Insel Kharg im Persischen Golf. Das dritte Schiff wurde laut US-Militär im Golf von Oman angegriffen.
Kharg gilt als zentraler Umschlagplatz für iranische Rohölexporte. Ein grosser Teil der iranischen Ölausfuhren wird über die Insel abgewickelt. Für die Regierung in Teheran stellen die Einnahmen aus dem Ölgeschäft eine wichtige wirtschaftliche Grundlage dar.
Die Lage wird zusätzlich durch die Spannungen rund um die Strasse von Hormus verschärft. Iran hat den Transit von Schiffen durch die strategisch wichtige Meerenge durch Angriffe und Drohungen weitgehend eingeschränkt. Über die Strasse werden grosse Mengen Öl, Flüssiggas und andere Energieträger aus den Staaten am Persischen Golf transportiert.
US-Militär droht mit weiteren Angriffen
Nach den Angriffen auf die Tanker verschärfte der US-Kommandeur Brad Cooper seine Warnungen an die iranischen Revolutionsgarden. Wenn Iran weiterhin US-Kriegsschiffe angreife, würden die Vereinigten Staaten die wirtschaftlichen Kosten für Teheran weiter erhöhen.
Das US-Militär erklärte, es sei bereit, auch weitere Teile der iranischen Ölflotte anzugreifen. Laut GMX setzen die USA damit neben militärischem Druck zunehmend auf die wirtschaftliche Schwächung Irans.
Die Angriffe auf die Tanker könnten damit Teil einer umfassenderen Strategie sein, die iranischen Einnahmen aus dem Ölgeschäft zu reduzieren. Gleichzeitig besteht das Risiko, dass die Aktionen die militärische Konfrontation zwischen Washington und Teheran weiter verschärfen.
US-Regierung setzt auf wirtschaftlichen Druck
Auch wirtschaftlich erhöht die Regierung von US-Präsident Donald Trump den Druck auf Iran. US-Finanzminister Scott Bessent sagte dem Sender Fox News, die Blockade iranischer Häfen funktioniere wie geplant.
Nach seiner Darstellung kann Iran derzeit kein Öl mehr exportieren. Die US-Regierung will damit die wirtschaftlichen Möglichkeiten der iranischen Führung deutlich einschränken und Teheran zu politischen Zugeständnissen bewegen.
Bessent erklärte, Washington werde den wirtschaftlichen Druck auf die iranische Regierung weiter erhöhen. Die Entwicklung dürfte insbesondere für den internationalen Energiemarkt von Bedeutung bleiben, da die Strasse von Hormus eine der wichtigsten Transportverbindungen für Öl und Flüssiggas weltweit ist.






