Sie rufen «Tod dem Diktator» – und riskieren alles
Im Iran entlädt sich erneut die Wut der Bevölkerung.
Trotz Internetblockade und massiver Repression versammeln sich tausende Menschen in den Strassen.
Was steckt hinter den Demonstrationen – und warum verharmlost das Regime sie als „Aktionen bewaffneter Terroristen“?
Was gerade im Iran passiert
Proteste in Teheran und anderen Grossstädten
Zahlreiche Videos zeigen, wie sich Demonstrierende in Teheran, Täbris, Maschhad und Kom versammeln.
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Rufe wie „Tod Chamenei“ und „Tod dem Diktator“ hallen durch die Gassen
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In Sadatabad (Teheran) schlagen Menschen auf Töpfe – ein Zeichen des zivilen Ungehorsams
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Aufnahmen zeigen brennende Moscheen und chaotische Szenen
Trotz massiver Einschüchterung sind Tausende auf den Strassen.
„Wir wollen ein freies Leben – ohne Angst vor dem nächsten Tag“, sagt eine Aktivistin in einem verifizierten Video.
Internetblockade soll Protest unterdrücken
Die iranische Regierung hat das Internet landesweit eingeschränkt.
Laut der unabhängigen Organisation NetBlocks ist die Blockade auch 36 Stunden später weiterhin aktiv.
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Messenger-Dienste wie WhatsApp und Signal funktionieren kaum
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Bilder und Videos gelangen nur über Satellitenverbindungen ins Ausland
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Aktivisten warnen vor einer „Informationswüste“
Folge: Das wahre Ausmass der Proteste bleibt im Dunkeln.
So reagiert die Regierung
Das Staatsfernsehen spricht nicht von Protesten – sondern von „bewaffneten Terroristen“.
„In den meisten Städten herrschte Ruhe“, sagt ein Sprecher.
Im TV ist die Rede von:
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«Saboteuren», die Moscheen anzünden
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«Terroristen», die Sicherheit gefährden
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einer starken Zivilbevölkerung, die diese angeblich zurückdränge
Ziel: Die eigene Bevölkerung gegen die Protestbewegung zu mobilisieren.
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Exil-Opposition ruft zum Aufstand auf
Reza Pahlavi, Sohn des gestürzten Schahs, meldet sich per Video zu Wort:
„Geht alle auf die Strassen – nehmt die Stadtzentren ein“
Er fordert die Bevölkerung auf, nicht nur zu demonstrieren, sondern den öffentlichen Raum zu besetzen.
Berichte über Gewalt und Todesopfer
Die Organisation Iran Human Rights berichtet von:
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Mindestens 51 Todesopfern
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Hunderte Verletzte durch scharfe Munition
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Überfüllten Notaufnahmen in Teheran, Maschhad und Karadsch
Laut einem „Time“-Bericht meldeten sechs Spitäler in Teheran über 200 Tote – unabhängig verifizierbar sind diese Zahlen nicht.
Internationale Reaktionen
Merz, Macron und Starmer zeigen sich „zutiefst besorgt“:
„Die iranischen Behörden sind verantwortlich für den Schutz ihrer Bevölkerung“, so die gemeinsame Erklärung.
Sie fordern:
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Gewaltverzicht
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Schutz der Meinungsfreiheit
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Freie Versammlung ohne Angst vor Repression
Die iranische Führung reagiert mit scharfer Rhetorik: „Heuchlerische Einmischung“.
Hintergrund der Proteste
Was führte zu den Unruhen?
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Massive Wirtschaftskrise
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Absturz der Währung Rial
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Explodierende Lebensmittelpreise
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Alltagsverzweiflung – besonders unter Jugendlichen
Ein Funke – und die Wut entlud sich. Händler in Teheran waren die ersten, die auf die Strasse gingen.
Der Aufstand wächst – aber die Welt sieht kaum hin
Die Regierung im Iran will die Proteste vertuschen – und nennt sie „Terror“.
Doch mutige Menschen filmen, rufen, riskieren ihr Leben.










