Der Iran will die wichtige Strasse von Hormus offenbar erst wieder vollständig öffnen, wenn die USA ihre Verpflichtungen aus einem Rahmenabkommen erfüllen. Teheran nennt unter anderem die Aufhebung einer Seeblockade, die Freigabe eingefrorener Vermögenswerte und ein Ende von Sanktionen. Die Spannungen in der Region bleiben damit hoch.
Iran stellt Bedingungen für Öffnung
Die Strasse von Hormus verbindet den Persischen Golf mit dem Golf von Oman und zählt zu den wichtigsten Seewegen für den weltweiten Energiehandel. Der iranische Parlamentspräsident Mohammed Baghar Ghalibaf erklärte, die Meerenge bleibe geschlossen, solange die USA ihre Verpflichtungen aus dem Mitte Juni unterzeichneten Rahmenabkommen nicht umsetzten.
Zu den iranischen Forderungen gehören nach Angaben Ghalibafs die Aufhebung der Seeblockade, die Freigabe eingefrorener iranischer Vermögenswerte sowie ein Ende der Ölsanktionen. Zudem verlangt Teheran ein Ende der Drohungen und militärischen Operationen gegen den Iran.
Die Forderungen kommen vor dem Hintergrund des weiterhin ungelösten Konflikts zwischen Washington und Teheran. Eine ursprünglich vereinbarte 60-Tage-Frist für weitere Verhandlungen ist inzwischen abgelaufen.
Laut GMX war der Konflikt Anfang Juli erneut eskaliert. Iranische Streitkräfte beschossen damals Handelsschiffe in der Strasse von Hormus, woraufhin die USA Ziele an der iranischen Südküste bombardierten. Iran griff anschliessend US-Stützpunkte und Energieanlagen in mehreren Golfstaaten an.
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Strasse von Hormus bleibt geopolitischer Brennpunkt
Die Strasse von Hormus hat eine zentrale Bedeutung für den internationalen Öl- und Gastransport. Durch die Meerenge werden grosse Mengen an Energieträgern aus der Golfregion transportiert. Eine längerfristige Einschränkung des Schiffsverkehrs könnte deshalb weit über die Region hinaus Auswirkungen auf die Energieversorgung und die Märkte haben.
Zuletzt ging die Zahl der direkten gegenseitigen Angriffe zwar zurück. Die wichtigsten Streitfragen zwischen Iran und den USA sind jedoch weiterhin ungelöst. Dazu gehört insbesondere das iranische Atomprogramm.
Für Teheran ist die Kontrolle über den Schiffsverkehr in der Meerenge damit auch ein wichtiges politisches Druckmittel. Gleichzeitig würde eine längerfristige Schliessung erhebliche wirtschaftliche Folgen für die gesamte Region und den internationalen Energiemarkt haben.
US-Professor warnt vor neuer Eskalation
Vali Nasr, Professor an der Johns Hopkins University in Washington, sieht derzeit keine einfache Möglichkeit für US-Präsident Donald Trump, sich aus dem Konflikt zurückzuziehen. Auf X schrieb Nasr, ein Rückzug würde zunächst einen Waffenstillstand und ein gewisses Mass an Kontrolle über den weiteren Verlauf des Krieges voraussetzen.
Nach Einschätzung des Professors befindet sich der Konflikt derzeit eher in einer Wartesituation. Beide Seiten würden demnach auf einen geeigneten Zeitpunkt und eine Gelegenheit für weitere Angriffe warten.
Nasr warnte zudem, dass die iranische Führung darauf vorbereitet sei, mögliche Pläne Trumps durch eine weitere Eskalation zu erschweren. Damit bleibt trotz der zuletzt geringeren Zahl direkter Angriffe das Risiko einer erneuten Verschärfung bestehen.






