Teheran/Washington – Trotz massiver US-amerikanischer und israelischer Luftangriffe auf mehrere iranische Atomanlagen erklärte der stellvertretende iranische Aussenminister Saeed Khatibzadeh, das Atomprogramm seines Landes sei weiterhin voll funktionsfähig. Das sagte er in einem Exklusivinterview mit CNN, wie der Sender berichtete.
„Wir werden es schützen“
Khatibzadeh betonte, das iranische Atomprogramm basiere auf wissenschaftlichem Know-how, das im ganzen Land verteilt sei.
„Das iranische Atomprogramm, das friedliche Atomprogramm, ist intakt – Stand jetzt. Wir werden es schützen“, so der Minister.
Die USA hatten nach dem zwölftägigen Krieg zwischen Iran und Israel im Juni mehrere Atomanlagen bombardiert – darunter Fordow, Natanz und Isfahan. Präsident Donald Trump hatte zunächst behauptet, Fordow sei „zerstört“. US-Geheimdienste gingen später von schwer beschädigter Infrastruktur aus, allerdings wohl nur von einer Verzögerung des Programms um rund zwei Jahre.
Iran: „Wissen kann man nicht bombardieren“
Khatibzadeh räumte ein, dass Maschinen und Gebäude zerstört worden seien. Dennoch habe man durch die breite wissenschaftliche Basis weiterhin Handlungsfähigkeit.
„Man kann dieses Land nicht bombardieren und dann denken, man würde alles zerstören.“
Parallel erklärte Irans Aussenminister Abbas Araghchi, dass derzeit keine Urananreicherung stattfinde, weil die Anlagen beschädigt seien.
IAEO beklagt fehlenden Zugang zu Anlagen
Die Internationale Atomenergieorganisation (IAEO) berichtete unterdessen, dass Inspektoren weiterhin keinen Zugang zu den bombardierten Anlagen erhalten. Die Überprüfung der Uranbestände sei „überfällig“.
Teheran beharrt auf Recht zur Anreicherung
Der Iran bekräftigte erneut, sein Programm diene ausschliesslich der Energiegewinnung. Eine Rückkehr zu Gesprächen mit den USA könnte laut Khatibzadeh davon abhängen, dass Washington das iranische Recht auf Urananreicherung anerkennt.
„Die Illusion, es gäbe keine Anreicherung im Iran, ist für uns keine Option.“
Raketenprogramm wird wieder aufgebaut
Nach Angaben des Ministers wird Irans Raketenprogramm derzeit „repariert und wiederaufgebaut“. Westliche Geheimdienste sehen Hinweise darauf, dass Iran trotz UN-Sanktionen am Ausbau arbeitet – teilweise unterstützt durch Firmen aus China.
„Meister des Überlebens“
Zum Abschluss richtete Khatibzadeh eine Botschaft an Washington:
„Wir sind die älteste ununterbrochen bestehende Zivilisation der Erde. Dieses Land und diese Nation sind Meister des Überlebens.“










