Die Aktie des Schweizer Fördertechnikspezialisten Interroll hat zum Wochenstart deutlich zugelegt. Analysten sehen nach dem starken Kursverlust der vergangenen Jahre zwar Aufholpotenzial, warnen jedoch vor anhaltenden Herausforderungen. Neben internen Veränderungen belasten auch Währungseffekte und geopolitische Unsicherheiten den Ausblick.
Oddo BHF stuft Interroll hoch
Die Aktien von Interroll legten am Montag zeitweise um rund sechs Prozent auf 1’380 Franken zu und entwickelten sich damit deutlich besser als der Gesamtmarkt. Der Swiss Performance Index (SPI) gewann im gleichen Zeitraum rund 0,6 Prozent.
Für Rückenwind sorgte eine neue Einschätzung der Investmentbank Oddo BHF. Obwohl das Kursziel von 2’100 auf 1’950 Franken gesenkt wurde, stuften die Analysten die Aktie von «Neutral» auf «Outperform» hoch. Nach Ansicht der Bank ist die Bewertung nach den starken Kursverlusten der vergangenen Jahre attraktiv. Gegenüber der historischen Bewertung handle die Aktie derzeit mit einem Abschlag von rund 52 Prozent.
Wachstum vorhanden – Unsicherheiten bleiben
Trotz der optimistischeren Einschätzung sieht Oddo BHF weiterhin mehrere Belastungsfaktoren. Zwar konnte Interroll den Auftragseingang organisch um 9,2 Prozent steigern, dennoch sorgen personelle Veränderungen im Management, ein zurückhaltender Ausblick für das Jahr 2026 sowie der starke Schweizer Franken für Unsicherheit.
Auch das Marktumfeld bleibt anspruchsvoll. Die Kombination aus Währungseffekten und geopolitischen Risiken könnte die Erholung des Unternehmens bremsen.
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Turnaround bleibt anspruchsvoll
Interroll blickt auf mehrere schwierige Jahre zurück. Umsatzrückgänge, sinkende Margen, zunehmender Wettbewerb aus China sowie Restrukturierungen belasteten die Geschäftsentwicklung.
Bereits vor wenigen Wochen hatte Kepler Cheuvreux das Kursziel deutlich von 2’400 auf 1’400 Franken reduziert und die Aktie von «Hold» auf «Reduce» abgestuft. Die Analysten sehen zwar ebenfalls erste Anzeichen einer Erholung, rechnen kurzfristig jedoch mit weiterem Druck auf die Profitabilität.
Als Gründe nennen sie höhere Investitionen in Marketing und Forschung sowie die Integration der übernommenen Royal Apollo. Positiv bewertet wird hingegen die langfristige Strategie, sich gegenüber der Konkurrenz aus China besser zu positionieren.
Analysten bleiben mehrheitlich positiv
Gemäss den von AWP erfassten Analystenschätzungen empfehlen derzeit vier Experten die Interroll-Aktie zum Kauf, während vier weitere zum Halten raten. Das durchschnittliche Kursziel liegt bei 2’132 Franken und damit deutlich über dem aktuellen Börsenkurs.
Dennoch weisen Marktbeobachter darauf hin, dass hohe Kursziele allein kein Garant für eine schnelle Kurserholung sind. Unternehmenssanierungen und nachhaltige Turnarounds benötigen häufig mehrere Jahre.
Hinzu kommt, dass Interroll während der Corona-Pandemie stark vom Boom im E-Commerce profitierte. Die hohe Nachfrage nach Automatisierungslösungen in den Jahren 2020 bis 2022 führte zu aussergewöhnlich guten Geschäftszahlen. Mit der anschliessenden Normalisierung der Nachfrage fiel das Wachstum in den Jahren 2023 bis 2025 deutlich schwächer aus.
Ob die aktuelle Erholung nachhaltig ist, dürfte deshalb wesentlich davon abhängen, wie erfolgreich Interroll seine strategischen Massnahmen umsetzt und wie sich das wirtschaftliche Umfeld entwickelt.
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