Die Zahlen wirken stabil – doch hinter der Stabilität steckt keine Entspannung.
In Deutschland bleibt die Zahl der Insolvenzen hoch. Experten sprechen von einem anhaltenden Krisenniveau, das sich hartnäckig hält.
Insolvenzen stagnieren – aber auf hohem Niveau
Nach Angaben des Statistischen Bundesamtes meldeten im Februar 2.053 Unternehmen Insolvenz an.
Das entspricht einem leichten Rückgang von 0,7 Prozent im Vergleich zum Vorjahresmonat.
Doch dieser kleine Rückgang täuscht.
Denn bereits in den Monaten zuvor waren deutliche Anstiege zu beobachten.
Verzögerte Statistik
Wichtig ist: Insolvenzanträge werden oft mit zeitlicher Verzögerung erfasst.
Zwischen Antrag und offizieller Statistik liegen häufig mehrere Wochen.
Besonders betroffene Branchen
Einige Wirtschaftsbereiche stehen besonders unter Druck.
Gastgewerbe besonders belastet
Im Gastgewerbe wurden 9,7 Insolvenzen je 10.000 Unternehmen registriert.
Verkehr und Logistik noch stärker betroffen
Im Bereich Verkehr und Lagerei lag der Wert sogar bei 11,1 Fällen je 10.000 Unternehmen.
Diese Branchen kämpfen weiterhin mit hohen Kosten, Personalproblemen und Nachwirkungen wirtschaftlicher Unsicherheiten.
Milliardenforderungen gehen zurück
Interessant ist die Entwicklung bei den Forderungen der Gläubiger.
Diese lagen im Februar bei rund 2,5 Milliarden Euro.
Ein Jahr zuvor waren es noch rund 9 Milliarden Euro.
Das zeigt: Zwar gibt es viele Insolvenzen – aber im Durchschnitt kleinere Unternehmen sind betroffen.
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Keine Trendwende in Sicht
Das Leibniz-Institut für Wirtschaftsforschung Halle (IWH) beobachtet die Entwicklung laufend.
Die Forscher melden weiterhin steigende Zahlen bei Unternehmensinsolvenzen.
Im April wurden 1.776 Insolvenzen von Personen- und Kapitalgesellschaften registriert.
Das entspricht:
- plus 3 Prozent gegenüber März
- plus 10 Prozent gegenüber dem Vorjahr
Höchststand seit Jahrzehnten
Bereits im ersten Quartal wurde ein Niveau erreicht, das seit mehr als 20 Jahren nicht mehr gesehen wurde.
Langfristiger Anstieg setzt sich fort
Auch die Jahreszahlen zeigen die Dynamik deutlich.
Im Jahr 2025 wurden in Deutschland 24.064 Unternehmensinsolvenzen registriert.
Das ist:
- der höchste Stand seit 2014
- rund 10 Prozent mehr als im Vorjahr
Bereits 2023 und 2024 stiegen die Zahlen jeweils um mehr als 20 Prozent.






