Ein grosser Immobilienverkauf in Baar sorgt für hohe Einnahmen bei der öffentlichen Hand. Nach dem Verkauf zweier Grundstücke für 138 Millionen Franken hat ein Zuger Gericht entschieden, dass rund 30 Millionen Franken Grundstückgewinnsteuer anfallen. Der Fall zeigt die enormen Preissteigerungen auf dem Zuger Immobilienmarkt.
Gericht entscheidet über Millionensteuer nach Grundstücksverkauf
Im Jahr 2020 verkaufte eine Erbengemeinschaft in der Zuger Gemeinde Baar zwei grosse Grundstücke für insgesamt 138 Millionen Franken. Die Flächen umfassen mehr als 25’000 Quadratmeter Land.
Lange war unklar, wie hoch die daraus entstehende Grundstückgewinnsteuer ausfallen würde. Entscheidend war dabei der sogenannte Verkehrswert der Grundstücke 25 Jahre vor dem Verkauf. Dieser Wert wird vom Verkaufspreis abgezogen und beeinflusst damit die Höhe des steuerbaren Gewinns.
Zwischen der Erbengemeinschaft und der Gemeinde Baar bestanden grosse Unterschiede bei der Bewertung. Die Verkäuferseite ging davon aus, dass das Land im Jahr 1995 rund 1000 Franken pro Quadratmeter wert gewesen sei.
Die Gemeinde hingegen setzte den damaligen Wert deutlich tiefer an und rechnete mit rund 580 Franken pro Quadratmeter beziehungsweise einem Gesamtwert von etwa 14 Millionen Franken.
Das Zuger Gericht folgte nun der Einschätzung der Gemeinde. Damit fallen für die öffentliche Hand rund 30 Millionen Franken an Grundstückgewinnsteuern an.
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Zuger Landpreise haben sich massiv entwickelt
Der Entscheid zeigt eindrücklich, wie stark die Immobilienpreise im Kanton Zug in den vergangenen Jahrzehnten gestiegen sind.
Während ein Quadratmeter Land im betreffenden Fall 1995 mit rund 580 Franken bewertet wurde, lag der Verkaufspreis im Jahr 2020 bei fast 5500 Franken pro Quadratmeter.
Vom Immobilienboom profitieren nicht nur Eigentümerinnen und Eigentümer, sondern auch Gemeinden und der Kanton über die Grundstückgewinnsteuer. Diese Einnahmen können je nach Immobilienmarkt stark schwanken.
Die Stadt Zug erzielte im vergangenen Jahr beispielsweise 24,5 Millionen Franken aus Grundstückgewinnsteuern. Budgetiert waren lediglich 10 Millionen Franken.
Bereits 2024 lagen die Einnahmen bei rund 20 Millionen Franken. Insgesamt nahmen die Zuger Gemeinden 2025 mehr als 72 Millionen Franken durch Grundstückgewinnsteuern ein.
Immobilienboom als wichtige Einnahmequelle
Seit 2017 haben sich die Einnahmen der Zuger Gemeinden aus Grundstückgewinnsteuern nahezu verdreifacht. Die Entwicklung verdeutlicht die besondere Situation des Kantons, der seit Jahren zu den teuersten Immobilienstandorten der Schweiz gehört.
Die hohe Nachfrage nach Wohn- und Geschäftsflächen sowie die begrenzte Verfügbarkeit von Bauland treiben die Preise weiter an.
Für Gemeinden sind solche Verkäufe finanziell attraktiv, gleichzeitig stellen steigende Immobilienpreise auch eine Herausforderung dar. Hohe Bodenpreise können den Zugang zu Wohnraum erschweren und den Druck auf den lokalen Immobilienmarkt erhöhen.
Der Fall Baar zeigt, wie stark einzelne Grundstücksgeschäfte die öffentlichen Finanzen beeinflussen können.






