Eine Stadt als Wiege der Luxusuhrenindustrie: Rund um den Genfersee finden Besucher Manufakturen, Museen und lebendige Uhrmacherkunst auf höchstem Niveau.
Handarbeit in Carouge
In einem Atelier in Carouge, unweit des Sees, arbeitet der unabhängige Uhrmacher Cédric Johner nahezu ausschliesslich von Hand. Feilen in allen Abstufungen, Drehbänke, Lupen und Präzisionswerkzeug prägen das Bild. Computer oder CNC-Maschinen sucht man vergeblich.
Jährlich entstehen hier nur rund ein Dutzend Uhren – jedes Stück ein Unikat und Ausdruck traditioneller Uhrmacherkunst.
Genf als Zentrum der Horologie
Die Stadt Genf gilt als eines der weltweit bedeutendsten Zentren der Horologie. Hier sind renommierte Marken wie Rolex, Patek Philippe und Vacheron Constantin ansässig.
Uhrmacherkunst begegnet Besuchern nicht nur in Boutiquen, sondern auch im Stadtbild – etwa bei der berühmten Blumenuhr im Jardin Anglais oder historischen Zeitmessern in Passagen der Altstadt.
Historische Wurzeln der Uhrmacherei
Bereits 1601 existierte in Genf eine Uhrmacherzunft. Nach der Reformation unter Johannes Calvin verloren Juweliere an Bedeutung, während Uhren als Gebrauchsgegenstand akzeptiert blieben. So entwickelte sich die Stadt zu einem Zentrum der Zeitmessung.
Taschenuhren dominierten lange das Bild, Armbanduhren setzten sich erst deutlich später durch. Komplikationen wie Mondphase, Chronograph oder ewiger Kalender kamen ebenfalls erst mit der Zeit hinzu.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Das Vallée de Joux – Werkbank der Meister
Viele Manufakturen betreiben bis heute Werkstätten im Vallée de Joux im Jura. Dort fertigten einst Bauern in den Wintermonaten feinmechanische Uhrwerke, die sie später zu Fuss nach Genf brachten.
Mitten in dieser Region liegt das Espace Horloger, ein Museum, das die Entwicklung der Uhrmacherkunst eindrücklich dokumentiert.
Eine der aussergewöhnlichsten Uhrensammlungen der Welt
Im Stadtteil Plainpalais befindet sich das Patek Philippe Museum. In Art-déco-Vitrinen sind über 2.500 Zeitmesser ausgestellt, darunter historische Taschenuhren und frühe Armbanduhren.
Zu sehen ist unter anderem eine Uhr aus dem Besitz der Familie von Jean-Jacques Rousseau, dessen Vorfahren selbst Uhrmacher waren.
Treffpunkt für unabhängige Uhrmacher
Direkt am Seeufer vernetzt das Kollektiv Watchmakers United kleinere Hersteller und bietet ihnen eine Plattform abseits der grossen Luxusketten entlang der Rue du Rhône.
Ein Höhepunkt im Uhrenjahr ist die Messe Watches and Wonders, die jedes Frühjahr Fachleute und Publikum anzieht. Im Herbst folgt der prestigeträchtige Grand Prix d’Horlogerie de Genève, oft als «Uhren-Oskar» bezeichnet.
Uhrmacherei zum Erleben
Laut GMX können Besucher in Genf thematische Führungen buchen, Museen besuchen und sogar offene Ateliers besichtigen. Der sogenannte «Geneva Watchmaking Guide» bündelt zahlreiche Stationen für Uhreninteressierte in der Stadt und Umgebung.







