Die Rückkehr eines umstrittenen Wildtiers
Die Schweiz erlebt eine stille, aber tiefgreifende Veränderung in ihrer Tierwelt.
Wölfe breiten sich weiter aus – schneller als viele erwartet haben.
Gleichzeitig wächst die Spannung zwischen Naturschutz, Landwirtschaft und Politik.
Wolfsbestand erreicht neuen Höchststand
Laut aktuellen Daten der Stiftung KORA wurden in der Schweiz inzwischen rund 350 Wölfe und 43 Rudel nachgewiesen.
Das entspricht einem weiteren Anstieg gegenüber dem Vorjahr.
Besonders bemerkenswert: Seit dem ersten bestätigten Rudel im Jahr 2012 hat sich die Population kontinuierlich entwickelt.
Wichtige Fakten im Überblick:
- 43 Wolfsrudel in der Schweiz
- rund 350 nachgewiesene Tiere
- Zuwachs von vier Rudeln gegenüber Vorjahr
- Nachweise in 9 von 26 Kantonen
Quelle: KORA Jahresbericht, Keystone-SDA
Regulierung nimmt deutlich zu
Trotz wachsender Population werden Wölfe in der Schweiz aktiv reguliert.
Zwischen Februar 2025 und Ende Januar 2026 wurden laut KORA insgesamt 89 Wölfe geschossen.
Dabei handelt es sich häufig um Jungtiere, die aus Rudeln entnommen wurden.
Die Schweiz zählt damit zu den Ländern mit einer vergleichsweise intensiven Regulierung.
Konflikt zwischen Landwirtschaft und Wildtierpolitik
Mit der Rückkehr der Wölfe steigen auch die Konflikte im ländlichen Raum.
Wölfe reissen jedes Jahr Nutztiere, insbesondere Schafe und Ziegen.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Entschädigungen:
- rund 5 Millionen Franken seit 1999
- Auszahlung an betroffene Landwirte
- Grundlage sind bestätigte Wolfsrisse
Quelle: Bundesamt für Umwelt (BAFU)
Schweiz im Vergleich zu Deutschland
In Deutschland leben rund 1600 Wölfe – deutlich mehr als in der Schweiz.
Dort ist der Umgang mit dem Raubtier politisch ebenfalls umstritten.
Jüngste Beschlüsse erleichtern dort teilweise Abschüsse, allerdings bleibt die Regulierung insgesamt weniger intensiv als in der Schweiz.
Warum die Population weiter wächst
Fachstellen sehen mehrere Gründe für die Zunahme:
- gute Verfügbarkeit von Lebensraum in Alpenregionen
- Schutzstatus der Tiere in Europa
- steigende Reproduktionsraten
- Ausbreitung aus Nachbarländern
Gleichzeitig zeigt sich: Die Tiere sind sehr anpassungsfähig und scheinen sich in vielen Regionen dauerhaft zu etablieren.
Zwischen Naturschutz und Angst
Der Wolf ist ein Symboltier mit zwei Seiten.
Für die einen steht er für erfolgreiche Wiederansiedlung und Biodiversität.
Für andere bedeutet er eine direkte Bedrohung für die Landwirtschaft.
Diese Spannung prägt die politische Debatte in der Schweiz seit Jahren.






