Die Schweiz erlebt eine neue Homeoffice-Welle. Der Anteil an Stellen mit Möglichkeit zum ortsunabhängigen Arbeiten steigt stärker als in jedem anderen europäischen Land.
Schweiz überholt Deutschland beim Homeoffice-Anteil
Nach dem Ende der Corona-Pandemie hatten viele Unternehmen ihre Mitarbeitenden wieder häufiger ins Büro zurückgeholt. Nun zeigt sich jedoch eine Trendwende: Homeoffice gewinnt in der Schweiz erneut deutlich an Bedeutung.
Eine Analyse des Jobportals Indeed zeigt, dass der Anteil der Stellenangebote mit Homeoffice-Option seit Jahresbeginn um 12,7 Prozent gestiegen ist. Damit verzeichnet die Schweiz das stärkste Wachstum in Europa.
Mittlerweile bietet knapp jede siebte ausgeschriebene Stelle die Möglichkeit, zumindest teilweise von zu Hause oder einem anderen Ort aus zu arbeiten. Der Wert liegt damit sogar höher als während der Corona-Zeit.
Mehr Homeoffice als in Deutschland
Mit dem aktuellen Wachstum überholt die Schweiz erstmals Deutschland. Dort liegt der Anteil entsprechender Stellenangebote bei rund 14,7 Prozent.
Noch höhere Werte weisen nur wenige europäische Länder auf, darunter Polen, Spanien, Irland und Österreich.
Arbeitsmarktexpertin Virginia Sondergeld von Indeed sieht im Homeoffice einen wichtigen Vorteil für Unternehmen. Gerade bei der Suche nach spezialisierten Fachkräften könnten flexible Arbeitsmodelle helfen, mehr Bewerberinnen und Bewerber zu erreichen.
Durch weniger Pendelzeiten und grössere geografische Flexibilität erweitern Firmen ihren Talentpool.
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Büro, Maschinenbau und Banken mit starkem Wachstum
Die Entwicklung unterscheidet sich je nach Branche deutlich.
Den grössten prozentualen Zuwachs verzeichnet der Bereich Büro und Verwaltung. Dort stieg der Anteil der Stellen mit Homeoffice-Möglichkeit um knapp 64 Prozent.
Auch der Maschinenbau legte stark zu. Hier beträgt das Wachstum rund 55 Prozent. Im Bank- und Finanzwesen stieg der Anteil um 50,1 Prozent – inzwischen bietet dort fast jede zweite Ausschreibung flexibles Arbeiten an.
IT-Branche mit rückläufigen Homeoffice-Angeboten
Nicht alle Bereiche entwickeln sich in dieselbe Richtung. Einige technische Berufe verzeichnen sogar Rückgänge.
Bei Daten- und Analytics-Jobs sank der Anteil an Homeoffice-Stellen um 21,6 Prozent. Auch IT-Systeme und Softwareentwicklung gingen leicht zurück.
Ebenfalls weniger flexible Angebote gibt es im Sicherheitsbereich sowie im Rechtswesen. Dort scheinen viele Arbeitgeber wieder stärker auf Präsenz am Arbeitsplatz zu setzen.
Flexibilität wird zum Wettbewerbsvorteil
Der aktuelle Trend zeigt: Homeoffice bleibt ein wichtiger Faktor im Schweizer Arbeitsmarkt.
Während manche Unternehmen die Rückkehr ins Büro forcieren, nutzen andere flexible Arbeitsmodelle als Vorteil bei der Suche nach Fachkräften. Besonders in Branchen mit Fachkräftemangel könnte die Möglichkeit zum mobilen Arbeiten künftig eine entscheidende Rolle spielen.






