Die steigenden Wohnkosten in der Westschweiz veranlassen immer mehr Menschen, einen Umzug nach Frankreich in Betracht zu ziehen. Laut einer aktuellen Comparis-Umfrage sucht bereits ein Teil der Bevölkerung aktiv nach Wohnraum jenseits der Grenze. Hauptgrund sind die deutlich tieferen Wohnkosten.
Die Wohnkosten bleiben für viele Haushalte in der Westschweiz eine grosse Belastung. Gemäss einer repräsentativen Umfrage des Vergleichsdienstes Comparis halten 70 Prozent der Befragten die Miet- oder Immobilienpreise in ihrer Region für zu hoch.
Jede vierte befragte Person gibt an, mindestens 36 Prozent des Haushaltsbudgets für das Wohnen aufzuwenden. Acht Prozent müssen sogar mehr als die Hälfte ihres Einkommens für Miete oder Wohneigentum einsetzen.
Fast jeder Dritte denkt an einen Umzug
Die hohen Wohnkosten wirken sich zunehmend auf die Wohnortwahl aus. Rund 30 Prozent der befragten Erwachsenen in der Romandie können sich vorstellen, nach Frankreich umzuziehen.
4,2 Prozent der Befragten suchen bereits aktiv nach einer Wohnung oder einem Haus auf der französischen Seite der Grenze. Hochgerechnet entspricht dies rund 92’400 Menschen in der Westschweiz.
Im Vergleich zum Vorjahr erwarten noch mehr Befragte, dass sie in Frankreich von tieferen Mieten oder günstigeren Immobilienpreisen profitieren könnten. Dieser Anteil stieg von 34 auf 38 Prozent.
Bekannte Grenzgänger senken die Hemmschwelle
Laut Comparis kennen rund 68 Prozent der Befragten Personen, die bereits als Grenzgängerinnen oder Grenzgänger in Frankreich wohnen und in der Schweiz arbeiten.
Comparis-Immobilienexperte Harry Büsser erklärt, dass solche Erfahrungen den Schritt über die Grenze greifbarer machen. Wer Menschen aus dem eigenen Umfeld kenne, sehe nicht nur den finanziellen Vorteil, sondern erhalte auch Einblicke in den Alltag als Grenzgänger.
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Arbeitsweg bleibt grösste Hürde
Trotz der finanziellen Vorteile scheitert ein Umzug für viele an der täglichen Pendelzeit. Vier von zehn Befragten möchten ihren Arbeitsweg nicht verlängern, um günstigeren Wohnraum zu erhalten.
Weitere 34 Prozent wären höchstens bereit, täglich bis zu 30 Minuten mehr für den Arbeitsweg in Kauf zu nehmen.
Neben der Pendelzeit spielen auch soziale Faktoren eine wichtige Rolle. Besonders häufig nennen die Befragten die grössere Distanz zu Familie und Freunden. Hinzu kommen Unsicherheiten bei Steuern, Krankenkassen und administrativen Fragen.
Gesamtkosten statt nur Miete vergleichen
Comparis empfiehlt Interessierten, vor einem Umzug sämtliche Kosten zu berücksichtigen. Neben der Miete oder dem Kaufpreis sollten auch Steuern, Krankenversicherung, Energie, Mobilität, Versicherungen sowie mögliche Wechselkursrisiken in die Berechnung einfliessen.
Ebenso wichtig sei es, die tatsächliche Pendelzeit unter realen Bedingungen zu testen und zu prüfen, ob der Wohnort auch langfristig zur persönlichen und beruflichen Situation passt.
Die Umfrage wurde im Mai 2026 vom Marktforschungsinstitut Innofact im Auftrag von Comparis durchgeführt. Befragt wurden 1001 Personen aus den Westschweizer Kantonen Genf, Jura, Neuenburg und Waadt sowie aus den französischsprachigen Teilen der Kantone Bern, Freiburg und Wallis.






