Die geplante Erhöhung der Mindestfranchise in der Schweizer Grundversicherung sorgt für heftige Diskussionen. Kritiker warnen vor zusätzlichen Belastungen für Patientinnen und Patienten ohne echte Kostensenkung.
Die Reform steht derzeit in der Vernehmlassung und spaltet Politik und Bevölkerung.
Bundesrat plant höhere Eigenbeteiligung
Der Bundesrat will die Mindestfranchise in der obligatorischen Krankenversicherung von 300 auf 400 Franken anheben. Zusätzlich ist ein automatischer Mechanismus vorgesehen, der die Franchise bei steigenden Gesundheitskosten weiter erhöht.
Eine Obergrenze ist dabei nicht vorgesehen, was zu weiterer Unsicherheit führt.
Kritik: keine echte Kostensenkung
Der zentrale Vorwurf lautet, dass die Reform keine tatsächlichen Einsparungen bringt, sondern lediglich Kosten auf Versicherte verlagert.
Laut Konsumentenschutz führt die Erhöhung der Franchise nicht zu weniger medizinischen Leistungen, sondern belastet insbesondere ältere und chronisch kranke Personen zusätzlich finanziell, ohne die strukturellen Kostentreiber im Gesundheitswesen zu lösen.
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Besonders Betroffene unter Druck
Vor allem Menschen mit chronischen Erkrankungen wählen häufig die tiefste Franchise, da sie regelmässig auf medizinische Leistungen angewiesen sind.
Eine höhere Eigenbeteiligung könne laut Kritikern dazu führen, dass notwendige Behandlungen hinausgeschoben oder vermieden werden.
Petition mit Tausenden Unterschriften
Der Widerstand gegen die Reform ist deutlich: Eine Petition gegen die Erhöhung der Mindestfranchise wurde innerhalb von sechs Wochen von rund 17’000 Personen unterzeichnet.
Forderung nach anderen Lösungen
Statt die Eigenbeteiligung zu erhöhen, wird gefordert, die eigentlichen Kostentreiber im Gesundheitswesen anzugehen – darunter Medikamentenpreise, Abrechnungsfehler, Laborkosten und unnötige Behandlungen.






