Bei einer Sondersitzung zur Lage im Sudan hat der UN-Hochkommissar für Menschenrechte erneut eindringlich vor eskalierender Gewalt, massiven Gräueltaten und einer drohenden humanitären Katastrophe gewarnt. Laut ohchr.org seien die jüngsten Ereignisse in El Fasher nicht nur vorhersehbar gewesen – sie hätten auch verhindert werden können.
Schwere Gräueltaten in El Fasher
Der Hochkommissar machte deutlich, dass sein Büro im vergangenen Jahr mehr als 20 Berichte über die dramatische Situation in El Fasher veröffentlicht habe. Trotz dieser Warnungen sei die Stadt durch die Rapid Support Forces (RSF) eingenommen worden, mit katastrophalen Folgen für die Zivilbevölkerung:
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Massenmorde
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Ethnisch motivierte Hinrichtungen
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Gruppenvergewaltigungen
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Entführungen gegen Lösegeld
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Willkürliche Inhaftierungen
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Angriffe auf medizinische Einrichtungen
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Gewalt gegen humanitäre Helfer
Satellitenbilder würden sogar Blutspuren in den Strassen zeigen.
Der Hochkommissar sprach von einem „Makell in der Bilanz der internationalen Gemeinschaft“, der zwar unsichtbarer, aber nicht weniger verheerend sei als die Spuren vor Ort.
Vier zentrale Forderungen an die Weltgemeinschaft
Der Hochkommissar listete klare Handlungspflichten auf, die sofort umgesetzt werden müssten.
1. Schutz der Zivilbevölkerung gewährleisten
Staaten mit Einfluss müssten unverzüglich Maßnahmen ergreifen, um:
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Fluchtwege zu sichern
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Humanitäre Hilfe ungehindert zu ermöglichen
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Hilfsprogramme vollständig zu finanzieren
2. Verantwortliche zur Rechenschaft ziehen
Die UN sammelt Beweise für mögliche Gerichtsverfahren. Auch der Internationale Strafgerichtshof beobachtet die Lage.
„Alle Beteiligten sollten wissen: Wir beobachten Sie – und Gerechtigkeit wird siegen.“
3. Kampf gegen Profiteure des Krieges
Der Konflikt sei zu einem Stellvertreterkrieg um Rohstoffe geworden. Einzelpersonen und Unternehmen, die diesen Krieg finanzieren oder davon profitieren, müssten sanktioniert werden.
4. Einhaltung des Völkerrechts durchsetzen
Die internationale Gemeinschaft müsse:
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eine Überweisung der gesamten Lage im Sudan an den Internationalen Strafgerichtshof unterstützen
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das Waffenembargo auf das ganze Land ausweiten
Appell an die Konfliktparteien
Der Hochkommissar forderte alle Beteiligten eindringlich auf, den Sudan und seine Bevölkerung endlich über eigene Interessen zu stellen. Er rief zu:
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ernsthaften Friedensverhandlungen
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einer humanitären Waffenruhe
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einem Übergang zu einer inklusiven zivilen Regierung
Besondere Sorge bereitet ihm die Eskalation in Kordofan:
„Kordofan darf nicht dasselbe Schicksal erleiden wie Darfur.“










