Ein interner Skandal erschüttert das Universitätsspital Zürich.
Jahrelang sollen in der Herzchirurgie schwerwiegende Fehler passiert sein – mit dramatischen Folgen für Patientinnen und Patienten.
Nun bestätigt das USZ offiziell: Zwischen 2016 und 2020 kam es zu einer auffälligen Übersterblichkeit.
Bericht spricht von Dutzenden zusätzlichen Todesfällen
Eine unabhängige Untersuchung zeigt laut Angaben des Universitätsspitals Zürich eine Übersterblichkeit von 68 bis 74 Patientinnen und Patienten.
Damit bestätigt das Spital erstmals das volle Ausmass der Vorwürfe rund um die damalige Herzchirurgie.
Besonders brisant: Elf Todesfälle sowie der Einsatz problematischer Medizinprodukte in 13 Fällen wurden inzwischen der Staatsanwaltschaft gemeldet.
Diese soll nun prüfen, ob strafrechtlich relevante Verfehlungen vorliegen.
Was dem Bericht zufolge auffiel
- Übersterblichkeit zwischen 2016 und 2020
- Elf besonders auffällige Todesfälle
- Problematischer Einsatz von Medizinprodukten
- Ermittlungen der Staatsanwaltschaft
- Massive Kritik an der damaligen Führung
Führungsversagen im Zentrum der Kritik
Der Bericht zeichnet ein vernichtendes Bild der damaligen Spitalführung.
Als Hauptgrund für die Missstände nennt die Untersuchung ein umfassendes Führungsversagen.
Der frühere Klinikdirektor Francesco Maisano sei 2014 überhastet eingestellt worden – offenbar ohne ausreichende Prüfung seiner Qualifikationen und möglicher Interessenskonflikte.
Zudem habe die damalige Spitaldirektion Warnsignale zu spät erkannt und ihre Aufsichtspflicht vernachlässigt.
Rücktritte im Spitalrat
Die Folgen der Untersuchung bleiben nicht ohne Konsequenzen.
Drei langjährige Mitglieder des Spitalrats treten zurück.
Mit dem Schritt solle ein personeller Neuanfang ermöglicht werden.
USZ entschuldigt sich bei Betroffenen
Das Universitätsspital Zürich wandte sich öffentlich an Betroffene und Angehörige.
Das Spital entschuldigte sich offiziell für das erfahrene Leid und kündigte eine spezielle Beratungsstelle an.
Für viele Familien dürfte die Aufarbeitung dennoch erst beginnen.
Der Fall zählt bereits jetzt zu den grössten Spitalskandalen der Schweiz der vergangenen Jahre.
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Klinik unter neuer Leitung stabilisiert
Nach Angaben des USZ habe sich die Situation inzwischen verbessert.
Die Klinik für Herzchirurgie stehe heute unter neuer Leitung und erfülle wieder hohe Qualitätsstandards.
Die aktuelle Sterblichkeitsrate bewege sich laut Spital inzwischen wieder im unauffälligen Bereich.
Um ähnliche Vorfälle künftig zu verhindern, kündigte das USZ mehrere Massnahmen an:
- strengere Compliance-Regeln
- Register für Interessenbindungen
- neues Meldesystem für Missstände
- stärkere interne Kontrollen
Warum der Fall schweizweit für Diskussionen sorgt
Der Skandal wirft grundlegende Fragen zum Schweizer Gesundheitswesen auf.
Im Zentrum stehen:
- Kontrolle von Chefärzten
- Umgang mit Interessenskonflikten
- Patientensicherheit
- interne Aufsicht in öffentlichen Spitälern
- Transparenz bei medizinischen Fehlern
Gerade Universitätsspitäler geniessen in der Schweiz hohes Vertrauen.
Die Enthüllungen treffen deshalb nicht nur das USZ, sondern das gesamte Gesundheitssystem empfindlich.
Fazit
Der Bericht zur Herzchirurgie am Universitätsspital Zürich offenbart ein erschütterndes Kapitel der Schweizer Medizingeschichte.
Besonders schwer wiegt der Vorwurf, dass Warnsignale offenbar über Jahre hinweg nicht konsequent beachtet wurden.
Nun müssen Staatsanwaltschaft und Behörden klären, ob einzelne Verantwortliche strafrechtlich belangt werden können.






