Schläge, Drohungen, Erniedrigungen – für viele ist das trauriger Alltag in den eigenen vier Wänden.
In der Schweiz stirbt jede Woche ein Mensch an den Folgen häuslicher Gewalt.
Wie kann es sein, dass in einem so sicheren Land noch immer so viele Opfer ungeschützt bleiben?
Die alarmierenden Zahlen
Laut Bundesamt für Statistik (BFS) wurden 2023 über 20’000 Fälle häuslicher Gewalt polizeilich registriert.
Jeden Tag rücken im Schnitt 50 Polizeipatrouillen wegen häuslicher Gewalt aus.
Ein Drittel aller Tötungsdelikte in der Schweiz geschieht im familiären Umfeld.
Besonders betroffen: Frauen, Kinder – aber zunehmend auch Männer.
Warum das Problem so gross ist
Experten nennen mehrere Gründe:
Tabuisierung: Viele Opfer schweigen aus Scham oder Angst.
Abhängigkeit: Finanzielle oder emotionale Bindungen halten sie zurück.
Mangelnde Prävention: Zu wenig Schutzplätze in Frauenhäusern.
Bürokratische Hürden: Opfer müssen oft lange auf Unterstützung warten.
Rolle von Polizei und Justiz
Die Polizei reagiert heute schneller als noch vor 10 Jahren.
Doch: Verfahren ziehen sich oft in die Länge, und Täter kehren nicht selten rasch zurück in den Haushalt.
Wegweisungen gelten meist nur wenige Tage.
Opfer fühlen sich nach kurzer Zeit wieder allein gelassen.
Schutzmassnahmen sind kantonal sehr unterschiedlich geregelt.
Was sich ändern müsste
Mehr Schutzplätze in Frauenhäusern und Krisenzentren
Schnellere Verfahren bei Gewalt in Partnerschaften
Verbindliche Mindeststandards für Schutzmassnahmen in allen Kantonen
Stärkere Aufklärung in Schulen und Gemeinden
Fachleute fordern eine nationale Strategie, statt vieler einzelner kantonaler Lösungen.
Hilfsangebote für Betroffene
Telefon 143 – Die Dargebotene Hand (rund um die Uhr)
Telefon 147 – Pro Juventute (für Kinder und Jugendliche)
Opferhilfe Schweiz: opferhilfe-schweiz.ch
Frauenhäuser Schweiz: frauenhaus-schweiz.ch
Häusliche Gewalt ist kein privates Problem – sondern eine gesellschaftliche Krise.
Jede und jeder kann etwas tun: Hinschauen, Hilfe anbieten, Betroffene ermutigen.






