40 Tage lang herrschte Unsicherheit auf hoher See.
Jetzt hat das vom Hantavirus betroffene Kreuzfahrtschiff «Hondius» Teneriffa erreicht – und für die Passagiere beginnt eine streng überwachte Evakuierung.
Maskenpflicht, Quarantäne und versiegelte Transporte: Die Behörden wollen jedes Risiko ausschliessen.
Kreuzfahrtschiff läuft in Hafen von Granadilla ein
Am frühen Sonntagmorgen fuhr die «Hondius» in den Hafen von Granadilla im Süden Teneriffas ein.
Live-Bilder des spanischen Staatssenders RTVE zeigten das Schiff beim Einlaufen in den Hafen.
An Bord befinden sich rund 150 Menschen, darunter auch mehrere Deutsche.
Die Passagiere sollen nun unter strengen Sicherheitsvorkehrungen direkt zum Flughafen gebracht und in ihre Heimatländer ausgeflogen werden.
WHO beruhigt Bevölkerung: «Kein neues Covid»
Der Ausbruch des Hantavirus sorgte international für grosse Aufmerksamkeit.
Viele Menschen erinnerten sich sofort an die ersten Wochen der Corona-Pandemie.
Doch WHO-Chef Tedros Adhanom Ghebreyesus versuchte die Sorgen zu dämpfen.
Risiko laut WHO sehr gering
Tedros erklärte öffentlich:
«Das ist nicht ein neues Covid.»
Laut WHO sei das Risiko für die Bevölkerung auf Teneriffa gering.
Besonders wichtig: Auf dem Schiff wurde zuletzt kein neuer Verdachtsfall registriert.
Auch die europäische Gesundheitsbehörde ECDC stuft die Gefahr für die Allgemeinbevölkerung derzeit als «sehr gering» ein.
So läuft die Evakuierung ab
Die Ausschiffung erfolgt unter strengen medizinischen Vorgaben.
Zunächst untersucht medizinisches Personal alle Menschen an Bord auf akute Symptome.
Danach dürfen die Passagiere das Schiff nur in kleinen Gruppen verlassen.
Diese Regeln gelten für die Passagiere
- Ausschiffung in Gruppen von maximal fünf Personen
- Pflicht zum Tragen von FFP2-Masken
- Nur leichtes Handgepäck erlaubt
- Direkter Transport zum Flughafen
- Keine reguläre Abfertigung am Flughafen
- Sofortiger Rückflug in die Heimatländer
Die Fahrzeuge für den Transport zum Flughafen werden laut spanischen Behörden speziell abgesichert.
Grössere Gepäckstücke und Koffer müssen zunächst auf dem Schiff bleiben.
Quarantäne nach der Rückkehr wahrscheinlich
Nach der Rückkehr in ihre Heimatländer dürften viele Passagiere zunächst in Quarantäne müssen.
Der Grund ist die vergleichsweise lange Inkubationszeit des Virus.
Die WHO geht davon aus, dass eine endgültige Entwarnung erst nach mehreren Wochen möglich sein wird.
Alle Rückführungsflüge sollen laut Behörden noch am Sonntag oder Montag stattfinden.
Danach wird auf den Kanaren eine Schlechtwetterfront erwartet.
Drei Tote nach Virusausbruch auf der «Hondius»
Der Ausbruch der südamerikanischen Andes-Variante des Hantavirus hatte weltweit Besorgnis ausgelöst.
Besonders beunruhigend: Das Virus kann in seltenen Fällen auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.
Nach Angaben der WHO gibt es bislang:
- sechs bestätigte Fälle
- zwei Verdachtsfälle
- drei Todesopfer
Bei den Verstorbenen handelt es sich um:
- ein niederländisches Ehepaar
- eine Frau aus Deutschland
Mehr als 30 Passagiere und Crewmitglieder hatten das Schiff bereits bei Zwischenstopps verlassen.
Deshalb suchen Gesundheitsbehörden weltweit nach möglichen Kontaktpersonen.
Warum Spanien die Passagiere aufnahm
Die WHO hatte Spanien ausdrücklich darum gebeten, die Menschen an Land gehen zu lassen.
Ausschlaggebend war laut Behörden das leistungsfähige spanische Gesundheitssystem auf den Kanaren.
Kap Verde hatte eine Aufnahme zuvor abgelehnt.
Dort sahen die Behörden keine ausreichenden medizinischen Möglichkeiten für einen solchen Notfall.
Schiff fährt später weiter in die Niederlande
Sobald alle Menschen ausgeschifft sind, soll die «Hondius» ihre Reise fortsetzen.
Das Schiff fährt unter niederländischer Flagge und soll in die Niederlande überführt werden.
Dort soll:
- das Schiff vollständig desinfiziert werden
- der Leichnam der verstorbenen Deutschen ausgeschifft werden
- die weitere Untersuchung erfolgen
Was ist das Hantavirus?
Hantaviren werden normalerweise durch Nagetiere übertragen.
Menschen können sich etwa durch Kontakt mit Ausscheidungen infizierter Tiere anstecken.
Die auf der «Hondius» vermutete Andes-Variante gilt als besonders selten.
Typische Symptome
- hohes Fieber
- Muskel- und Gliederschmerzen
- Atemprobleme
- Kreislaufbeschwerden
- schwere Lungenentzündungen
In schweren Fällen kann die Krankheit lebensbedrohlich verlaufen.
Fazit
Die Ankunft der «Hondius» auf Teneriffa markiert das Ende einer aussergewöhnlichen Krisenfahrt.
Während die Behörden versuchen, jede weitere Ausbreitung des Virus zu verhindern, beginnt für die Passagiere nun die nächste Phase: Rückflug, Isolation und wochenlange Beobachtung.
Der Fall zeigt zugleich, wie sensibel die Welt seit der Corona-Pandemie auf mögliche Virusausbrüche reagiert.






