Schutzanzüge, abgesperrte Hafenbereiche und Passagiere in Isolation.
Die Szenen rund um das Kreuzfahrtschiff „Hondius“ erinnern viele an die ersten Tage der Corona-Pandemie.
Jetzt wurde bekannt: Einer der repatriierten französischen Passagiere zeigt bereits Symptome des gefährlichen Hantavirus.
Erste Passagiere verlassen die „Hondius“
Das Kreuzfahrtschiff lief am Sonntagmorgen im Hafen von Granadilla auf Teneriffa ein.
Dort begann unter strengen Sicherheitsvorkehrungen die Evakuierung der Passagiere aus insgesamt 23 Nationen.
Die erste Gruppe bestand aus 14 spanischen Staatsbürgern.
Sie wurden mit Rettungsbooten an Land gebracht und anschliessend unter militärischer Begleitung direkt zum Flughafen Teneriffa Süd transportiert.
Von dort aus ging es mit einem Militärflugzeug nach Madrid.
Quarantäne für mehrere Wochen
Die spanischen Behörden bringen die Passagiere in das zentrale Militärkrankenhaus Gómez Ulla.
Dort sollen sie während 42 Tagen medizinisch überwacht werden.
Die Weltgesundheitsorganisation WHO stufte sämtliche Passagiere als Hochrisikokontakte ein.
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Französischer Passagier zeigt Symptome
Besonders alarmierend: Einer der fünf französischen Passagiere entwickelte laut offiziellen Angaben bereits Symptome während des Rückflugs nach Frankreich.
Der französische Premierminister Sébastien Lecornu erklärte auf X, dass alle fünf Personen bis auf Weiteres unter strenger Isolation stehen.
Die französischen Behörden wollen zusätzliche Schutzmassnahmen anordnen.
Was ist über den Zustand bekannt?
Bislang machten die Behörden keine genauen Angaben zum Gesundheitszustand des betroffenen Passagiers.
Die übrigen vier französischen Rückkehrer gelten aktuell als symptomfrei.
Dennoch werden sie überwacht und medizinisch untersucht.
Grossoperation auf Teneriffa
Der Hafen von Granadilla wurde während der Ausschiffung grossräumig abgesperrt.
Spanische Militärkräfte, Gesundheitsdienste und Polizeieinheiten koordinierten die Evakuierung.
Passagiere durften nur persönliche Gegenstände in Plastiksäcken mitführen.
Die verschiedenen Nationalitäten wurden getrennt voneinander ausgeschifft.
Nach den Spaniern verliessen auch niederländische Passagiere das Schiff.
Danach folgten weitere Gruppen aus Griechenland, Deutschland, Belgien und anderen Ländern.
Gesundheitsbehörden versuchen zu beruhigen
Trotz der dramatischen Bilder betonen die Behörden, dass aktuell keine Pandemiegefahr bestehe.
Die Leiterin der Präventionsabteilung des italienischen Gesundheitsministeriums erklärte gegenüber Medien:
- Das Virus sei deutlich weniger ansteckend als Covid-19
- Die Übertragung erfolge hauptsächlich über Nagetierkontakte
- Mensch-zu-Mensch-Übertragungen seien selten
- Symptome träten meist erst nach der Inkubationszeit auf
Die Inkubationszeit gilt jedoch als lang.
Deshalb setzen die Behörden auf Isolation und engmaschige Kontrollen.
Politischer Streit um die Ausschiffung
Die Krise sorgte auch politisch für Spannungen.
Der Präsident der Kanarischen Inseln, Fernando Clavijo, hatte sich zunächst gegen die Ausschiffung ausgesprochen.
Die spanische Gesundheitsministerin Monica Garcia verteidigte dagegen das Vorgehen der Zentralregierung.
Ministerpräsident Pedro Sánchez sprach von einer „vorbildlichen und effektiven“ internationalen Zusammenarbeit.






