Ein Kreuzfahrtschiff, mehrere Länder und plötzlich ein internationales Gesundheitsproblem.
Nach dem Hantavirus-Ausbruch auf der MV Hondius wurden nun erste positive Fälle in Frankreich und den USA bestätigt. Gesundheitsbehörden in Europa und Nordamerika reagieren mit Quarantäne, Isolation und intensiver Überwachung.
Die Sorge wächst – auch wenn Behörden weiterhin betonen, dass das Risiko für die Bevölkerung derzeit gering sei.
Französin nach Rückflug positiv getestet
Besonders aufmerksam verfolgen Behörden derzeit den Zustand einer Französin, die nach ihrer Evakuierung von der MV Hondius Symptome entwickelte.
Die Frau zeigte laut spanischen Behörden bereits während des Rückflugs von Teneriffa nach Paris erste Krankheitszeichen.
Zustand verschlechterte sich über Nacht
Frankreichs Gesundheitsministerin Stéphanie Rist bestätigte später den positiven Test.
Nach Angaben der Behörden verschlechterte sich der Zustand der Patientin in der Nacht nach ihrer Ankunft.
Die Frau wurde inzwischen in ein spezialisiertes Krankenhaus für Infektionskrankheiten eingeliefert und isoliert.
Es handelt sich laut Regierung um den ersten bestätigten Hantavirus-Fall in Frankreich.
Auch US-Passagier leicht positiv getestet
Parallel beobachten US-Behörden mehrere repatriierte Passagiere in Nebraska.
17 Amerikaner wurden nach ihrer Evakuierung in das Nationale Quarantänezentrum der University of Nebraska gebracht.
Ein Passagier zeigt Symptome
Nach Angaben des US-Gesundheitsministeriums:
- wurde ein Passagier mittels PCR leicht positiv getestet
- entwickelte ein weiterer leichte Symptome
- reisten beide in separaten Biocontainment-Einheiten
Die Einrichtung in Omaha gilt als eines der führenden Zentren für hochansteckende Krankheiten in den USA.
Widersprüchliche Testergebnisse sorgen für Diskussionen
Besonders brisant: Die spanischen Gesundheitsbehörden und die US-Behörden bewerteten denselben PCR-Test unterschiedlich.
Während die USA den Fall vorsorglich als positiv einstuften, bezeichnete Spanien das Resultat als „nicht eindeutig“.
Zweites Labor meldete negatives Resultat
Laut spanischen Angaben:
- fiel ein Labortest schwach positiv aus
- bestätigte ein zweites Labor kein positives Ergebnis
- zeigte der betroffene Passagier zuvor keine Symptome
Trotzdem wurde eine separate Evakuierung organisiert.
Das Europäische Zentrum für die Prävention und die Kontrolle von Krankheiten (ECDC) unterstützte dieses vorsorgliche Vorgehen.
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Europa reagiert mit Überwachung und Isolation
Mehrere Länder beobachten die Situation inzwischen genau.
Italien bereitet Rundschreiben vor
Das italienische Gesundheitsministerium erklärte, das Risiko bleibe derzeit gering.
Dennoch werde ein Rundschreiben an Regionen und Grenzbehörden vorbereitet.
Dieses soll Empfehlungen enthalten zu:
- Kontaktverfolgung
- aktiver Überwachung
- Isolation möglicher Verdachtsfälle
- Umgang mit Symptomen
Derzeit stehen laut italienischen Medien vier Personen unter Beobachtung.
Griechischer Passagier in Quarantäne
Auch Griechenland reagierte vorsorglich.
Ein 70-jähriger Passagier wurde nach seiner Rückkehr in das Universitätsklinikum Attikon in Athen gebracht.
45 Tage Überwachung
Nach Angaben der Behörden:
- zeigt der Mann aktuell keine Symptome
- befindet er sich in Isolation
- soll er 45 Tage überwacht werden
Die griechische Regierung betonte mehrfach, dass derzeit kein Grund zur Panik bestehe.
Von der Leyen bedankt sich bei Spanien
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen lobte die schnelle Ausschiffung und internationale Zusammenarbeit.
Auf X erklärte sie, die Gesundheit habe „oberste Priorität“.
Die EU arbeite eng zusammen mit:
- Spanien
- WHO
- ECDC
Ziel sei es, weitere mögliche Infektionsketten frühzeitig zu unterbrechen.
Was ist das Hantavirus?
Hantaviren werden normalerweise über Nagetiere übertragen.
Eine Ansteckung erfolgt meist durch Kontakt mit:
- Urin
- Kot
- Speichel infizierter Tiere
- belasteten Staubpartikeln
Je nach Virusvariante können schwere Atemwegs- oder Organerkrankungen auftreten.
Wichtige Einordnung
Behörden betonen derzeit:
- Es gibt bislang keine Hinweise auf eine breite Ausbreitung
- Die Lage unterscheidet sich deutlich von Covid-19
- Die meisten Kontaktpersonen zeigen keine Symptome
Dennoch laufen internationale Überwachungsmassnahmen weiter.
Fazit
Der Hantavirus-Ausbruch auf der MV Hondius entwickelt sich zunehmend zu einem internationalen Gesundheitsfall.
Auch wenn Behörden aktuell von einem geringen Risiko sprechen, zeigen die ersten positiven Tests in Frankreich und den USA, wie ernst die Lage beobachtet wird.
Die kommenden Tage dürften entscheidend werden – insbesondere bei engen Kontaktpersonen und weiteren Testresultaten.






