Ein tragischer Todesfall beschäftigt nun die Justiz.
Vor dem Bezirksgericht Brugg stehen medizinische Entscheidungen im Fokus, die bis heute Fragen aufwerfen.
Im Zentrum steht das Schicksal eines jungen Patienten.
Prozessauftakt am Bezirksgericht Brugg
Am Bezirksgericht Brugg AG hat am Montag eine mehrtägige Gerichtsverhandlung begonnen. Angeklagt sind eine Ärztin und ein Arzt, denen eine Mitverantwortung am Tod eines Patienten in der Psychiatrischen Klinik Königsfelden vorgeworfen wird.
Laut gmx.ch schilderte eine Gutachterin zum Prozessauftakt das äusserst komplexe Krankheitsbild des damals knapp 18-jährigen Patienten und sprach von erheblichen diagnostischen Herausforderungen für die Klinik.
Vielschichtiges Krankheitsbild
Die Gutachterin erklärte, der junge Mann habe neben einem Asperger-Syndrom zahlreiche weitere Symptome gezeigt. Der akute Verlauf habe zusätzliche Abklärungen stark erschwert.
Die Medikation bezeichnete sie als grundsätzlich nachvollziehbar. Dennoch sei die Behandlungssituation ausserordentlich schwierig gewesen.
Isolation ohne Wirkung
Betreuungslücke als zentrales Problem
Der Patient wurde zeitweise in einem Isolationszimmer untergebracht. Diese Massnahme habe jedoch die Selbstverletzungen nicht verhindern können, so die Gutachterin.
Aus fachlicher Sicht wäre angezeigt gewesen:
eine dauerhafte 1:1-Betreuung
engmaschige Überwachung
kontinuierliche Deeskalation
Diese intensive Betreuung konnte offenbar nicht durchgehend gewährleistet werden.
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Selbst- und Fremdgefährdung
Der Jugendliche zeigte sowohl selbstgefährdendes als auch fremdgefährdendes Verhalten. Laut Gericht kam es unter anderem zu:
sexuellen Grenzüberschreitungen
Drohungen gegenüber Pflegepersonal
wiederholtem Stürzen auf den Kopf
Durch diese Selbstverletzungen erlitt der Patient schliesslich tödliche Kopfverletzungen. Er starb Anfang Januar 2021.
Zentrale Fragen des Prozesses
Im laufenden Verfahren geht es insbesondere darum:
ob die medizinische Betreuung ausreichend war
ob alternative Massnahmen hätten ergriffen werden müssen
und inwieweit die beiden Beschuldigten Verantwortung tragen
Das Gericht wird sich in den kommenden Tagen vertieft mit den Abläufen in der Klinik befassen.
Dieser Beitrag stammt aus dem Nachrichtenangebot der Agentur Keystone-SDA und wurde nicht durch unsere Redaktion bearbeitet.










