Strategiewechsel belastet den US-Autoriesen massiv
General Motors (GM) muss einen weiteren milliardenschweren Rückschlag verkraften. Der US-Autokonzern teilte am Donnerstag mit, dass der teilweise Rückzug aus der Elektromobilität das Unternehmen zusätzlich rund 6 Milliarden US-Dollar kosten wird. Damit steigen die Belastungen aus der Neuausrichtung der E-Auto-Strategie deutlich an.
Milliardenkosten nach Kurskorrektur
Die neuen Verluste kommen zu den bereits im Oktober gemeldeten 1,6 Milliarden US-Dollar hinzu, die GM für Änderungen an seinen Elektromobilitätsplänen verbucht hatte. Insgesamt summieren sich die Sonderbelastungen damit auf über 7,5 Milliarden Dollar.
Ein grosser Teil der zusätzlichen Kosten entfällt auf die Auflösung und Entschädigung stornierter Verträge mit Zulieferern, die im Zuge der veränderten Strategie nicht mehr benötigt werden. Laut edition.cnn.com steht dieser Schritt exemplarisch für die finanziellen Risiken, mit denen klassische Autohersteller nach dem politischen Kurswechsel in den USA konfrontiert sind.
Politischer Kurswechsel trifft Autobranche
GM und andere Hersteller hatten in den vergangenen Jahren massiv in Elektromobilität investiert. Grundlage dafür waren:
strenge Emissionsvorgaben unter der Biden-Regierung
staatliche Förderprogramme für Elektrofahrzeuge
Erwartungen, dass weitere Bundesstaaten dem Beispiel Kaliforniens folgen und Verbrenner schrittweise verbieten
GM hatte sogar angekündigt, ab 2035 ausschliesslich Elektrofahrzeuge zu produzieren.
Mit dem Amtsantritt von US-Präsident Donald Trump änderte sich der politische Rahmen jedoch grundlegend. Die Regierung beendete zentrale Förderprogramme und stellte strengere Emissionsvorschriften infrage – auch die Sonderrechte einzelner Bundesstaaten wurden zurückgenommen.
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Elektroautos bleiben – aber langsamer als geplant
Trotz des Strategiewechsels verabschiedet sich GM nicht vollständig von Elektroautos. Die Nachfrage bleibt in den USA relevant und wächst in anderen Märkten weiter. Dennoch geht der Konzern nun davon aus, dass Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren länger eine grössere Rolle spielen werden, als ursprünglich angenommen.
GM-Chefin Mary Barra erklärte gegenüber Investoren bereits im Oktober, Elektrofahrzeuge seien zwar weiterhin ein „Leitstern“, doch klassische Pkw und Trucks würden längerfristig höhere Verkaufszahlen erzielen.
Erste Folgen für Werke und Beschäftigte
Offiziell kündigte GM bislang weder die Einstellung bestimmter E-Modelle noch Werksschliessungen an. Dennoch gab es bereits Einschnitte:
Factory Zero in Detroit: Streichung einer Schicht, 1.200 Mitarbeiter unbefristet freigestellt
Batteriewerk in Ohio: 550 Mitarbeiter freigestellt
Auch andere Hersteller spüren den Druck: Ford meldete im Dezember Sonderbelastungen von 19,5 Milliarden US-Dollar im Zusammenhang mit geänderten Elektroauto-Plänen.










