Ein falscher Schritt – und schon liegt man.
In diesen Tagen wird jeder Gang zur Bushaltestelle zur Mutprobe. Vereiste Gehwege verwandeln den Alltag in eine Rutschpartie mit ernsthaften Folgen.
Spikes für die Schuhe versprechen mehr Halt. Aber helfen sie wirklich immer? Und wann werden sie selbst zur Gefahr?
Warum Glätte so tückisch ist
Ein Sturz auf Eis ist kein Bagatellunfall. Laut Unfallstatistiken führen winterliche Stürze häufig zu:
Knochenbrüchen an Handgelenk, Arm oder Hüfte
Prellungen und Bänderverletzungen
längeren Ausfallzeiten – besonders bei älteren Menschen
Der Wunsch nach zusätzlichem Halt ist also mehr als verständlich.
Was bringen Schuhspikes wirklich?
Spikes sind Überzieher aus Gummi oder Kunststoff, unter denen Metallzacken befestigt sind. Sie werden über normale Winter- oder Alltagsschuhe gezogen.
Ihr Vorteil:
Auf vereistem oder verschneitem Untergrund erhöhen sie die Rutschhemmung deutlich.
Darauf solltest du beim Kauf achten
Experten wie Boris Gnielka (Fachzeitschrift Outdoor) empfehlen:
✔ Rostfreier Edelstahl bei den Spikes
✔ Zacken statt kurzer Stiftchen
✔ Länge der Zacken:
ideal: 5–10 mm
alles darüber → eher Grödel oder Steigeisen
Kurze Metallstifte sind besser als nichts – greifen aber schlecht in aufgerissenes Eis mit Schnee.
Ganze Sohle oder nur vorne?
Viele günstige Modelle bedecken nur den Ballenbereich.
Problem:
Die meisten Menschen rutschen mit der Ferse weg.
Besser:
Modelle, die die komplette Sohle abdecken und vorne wie hinten Grip bieten.
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Wann du Spikes unbedingt ausziehen solltest
So hilfreich sie auf Eis sind – auf geräumten Wegen werden sie selbst zur Rutschfalle.
Spikes sofort abstreifen bei:
geräumten Gehwegen
Asphalt oder Pflastersteinen
Innenräumen (Bus, Zug, Laden)
Warum?
Metall gleitet auf Stein
Spikes nutzen sich stark ab
Gefahr von Kratzern auf Böden
Tipp für weniger mobile Personen:
Das ständige An- und Ausziehen erfordert Balance. Ohne Sitzgelegenheit kann das heikel werden.
Wohin mit den Spikes unterwegs?
Nach dem Tragen sind Spikes meist:
nass
voller Streusalz
schmutzig
Praktische Lösung:
Eine kleine Plastiktuete oder ein Stoffbeutel im Rucksack. Jackentaschen leiden sonst sichtbar.
Schuhe mit integrierten Spikes – eine Alternative?
Es gibt Lauf- und Winterschuhe mit fest eingebauten Spikes.
Gut:
ideal fürs Joggen auf Schnee und Eis
Schlecht:
sehr unbequem auf eisfreien Passagen
starkes Knirschen
schneller Sohlenverschleiss
„Man läuft, als hätte man Steine unter der Sohle“, so Outdoor-Experte Gnielka.
Generelle Empfehlungen für sicheres Schuhwerk
Das Institut für Arbeitsschutz (IFA) empfiehlt bei Winterglätte:
Gute Schuhe haben:
weiche, rutschhemmende Profilsohlen
festen Sitz am Fuss
bequeme Passform
Nicht geeignet sind:
harte, starre Sohlen
hohe Absätze
glatte Ledersohlen
Spikes verbessern laut IFA die Rutschhemmung nur auf Eis und Schnee – auf geräumten Flächen kehrt sich der Effekt um.
So gehst du richtig bei Glätte: der Pinguin-Gang
Die Deutsche Gesellschaft für Orthopädie und Unfallchirurgie (DGOU) rät:
kleine, langsame Schritte
ganze Sohle aufsetzen
Oberkörper leicht nach vorne
Schwerpunkt immer über dem vorderen Bein
Geländer nutzen, wenn vorhanden
Oft reicht diese Technik schon – selbst ohne Spikes.
Fazit: Spikes sind gut – aber nur am richtigen Ort
Ja, Spikes können Stürze verhindern.
Aber nur dort, wo wirklich Eis oder Schnee liegt.
Auf geräumten Wegen lieber ausziehen.
Gutes Schuhwerk und der richtige Gangstil bleiben die Basis.



















