Ein Fluss kehrt zurück in seine natürliche Form
In Rümlang hat sich heute ein sichtbarer Wandel vollzogen.
Die Glatt fliesst im Gebiet Eichhof wieder in ein neu gestaltetes, naturnahes Flussbett. Was jahrzehntelang begradigt und kanalisiert war, wird nun Schritt für Schritt zu einem lebendigen Gewässerraum zurückgeführt.
Ein Projekt mit ökologischer, aber auch politischer und regionaler Bedeutung
Historischer Eingriff wird rückgängig gemacht
Die Glatt wurde vor rund 150 Jahren im Zuge von Gewässerkorrektionen begradigt.
Nun wird dieser Eingriff teilweise rückgängig gemacht.
Im Gebiet zwischen Opfikon und Rümlang entsteht auf mehreren Kilometern Länge wieder ein strukturreicher Flusslauf mit:
- Mäandern
- Flachwasserzonen
- natürlichen Uferstrukturen
Im Bauabschnitt Eichhof wurde der Fluss heute offiziell in sein neues Bett umgeleitet.
Symbolischer Moment mit politischer Beteiligung
Bei der Umleitung waren Vertreter von Kanton und Gemeinde vor Ort.
Als symbolischer Akt wurde Wasser aus dem alten Flusslauf in das neue Bett gebracht. Kurz darauf öffneten Bagger die Dämme – und die Glatt begann, ihren neuen Lauf selbst zu formen.
Grossprojekt mit klarer Umweltfunktion
Die Flughafen Zürich AG investiert rund 50 Millionen Franken in das Projekt.
Es handelt sich um eine sogenannte ökologische Ersatzmassnahme für Eingriffe durch Flughafenbauprojekte.
Ziel des Projekts:
- Ausgleich verlorener Lebensräume
- Schaffung neuer ökologischer Flächen
- Verbesserung der Biodiversität in der Region
Laut Flughafen Zürich AG ist die Renaturierung ein Beispiel dafür, wie Infrastrukturentwicklung und Naturschutz kombiniert werden können.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Neue Lebensräume für Tiere und Pflanzen
Der neue Flussverlauf schafft vielfältige ökologische Strukturen.
Besonders profitieren:
- Jungfische in flachen Uferzonen
- Eisvögel an steilen Prallhängen
- Wildbienen in offenen Uferbereichen
Zusätzlich entstehen rund:
- 1,8 Hektaren neue Riedwiesen
- 345 gepflanzte Bäume
- über 11’600 Sträucher
Die Mischung aus Lehm, Sand, Torf und Kies soll eine möglichst natürliche Entwicklung fördern.
Bau in Etappen – mit Pause nach erster Phase
Das Projekt ist in drei Bauabschnitte gegliedert.
Der aktuelle Abschnitt im Eichhof umfasst rund 1,2 Kilometer und soll bis Frühling 2027 abgeschlossen sein.
Danach folgt jedoch eine Unterbrechung.
Grund dafür sind noch offene Fragen im Umgang mit PFAS-belastetem Boden, die von den Behörden geklärt werden müssen.
Ein Fluss als Symbol für Wandel
Die Glatt zeigt in Rümlang eindrücklich, wie stark Landschaften durch den Menschen geprägt – und wieder verändert werden können.
Zwischen Infrastruktur, Umweltauflagen und Naturförderung entsteht ein Projekt, das weit über die Region hinaus Beachtung findet.






