Ein Fund, der alles verändert
In fast 7.000 Metern Tiefe stossen Forschende auf etwas, das niemand erwartet hat. Zwischen Dunkelheit und Druck liegt ein gigantischer Friedhof uralter Wale.
Was zuerst wie ein einzelner Zufallsfund wirkt, entpuppt sich schnell als eine der spektakulärsten Entdeckungen der Tiefseeforschung.
Der Fund in der Tiefsee
Im südöstlichen Teil des Indischen Ozeans in der Indischer Ozean entdecken Forschende während einer Expedition mit dem Tauchboot „Fendouzhe“ etwas Einmaliges.
In der Diamantina-Bruchzone, rund 1.000 Kilometer westlich von Perth, tauchen plötzlich Wal-Knochen aus dem Meeresboden auf.
Die Überraschung: Die Überreste liegen in einer Tiefe von bis zu 7.000 Metern – tiefer als je zuvor beobachtet.
Ein „Superkorridor“ aus Fossilien
Nach über 30 weiteren Tauchgängen zeigt sich das wahre Ausmass:
Eine ganze Zone mit Hunderten Walresten zieht sich über rund 1.200 Kilometer.
Die Forschenden sprechen von einem „Walsturz-Superkorridor“.
Insgesamt wurden rund 476 Fossilien dokumentiert – einige davon mehrere Millionen Jahre alt.
Ein eigenes Tiefsee-Ökosystem
Rund um die Knochen entsteht ein erstaunliches Leben:
- Schlangensterne
- Muscheln
- Quallen
- Spezialisierte Würmer der Gattung Osedax
Bis zu 2.840 Organismen pro Quadratmeter wurden gezählt.
Die Knochen dienen als langfristige Nahrungsquelle in einer sonst extrem nährstoffarmen Umgebung.
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Warum bleiben die Knochen so lange erhalten?
Mehrere Faktoren erklären die ungewöhnliche Erhaltung:
- extreme Tiefe mit kaum Sedimentablagerung
- hohe Knochendichte bestimmter Walarten
- Schutz durch Eisen-Mangan-Oxid-Schichten
- langsame Zersetzung in der Tiefsee
Laut gmx.ch könnte genau diese Kombination erklären, warum sich dort über Millionen Jahre eine Art „Fossilien-Speicher“ gebildet hat.
Tiere aus Vergangenheit und Gegenwart
In den Funden stecken nicht nur alte Spuren, sondern auch überraschend „moderne“ Arten:
- Schnabelwale aus heute noch lebenden Populationen
- ausgestorbene Arten aus längst vergangenen Epochen
Die Analyse zeigt: Diese Region war offenbar über Millionen Jahre ein wiederkehrender Ort für Walverluste.
Rätsel der Natur
Warum genau hier so viele Wale enden, bleibt offen.
Diskutiert werden mehrere Ursachen:
- gefährliche Jagdtiefen der Schnabelwale
- spezielle Form der Bruchzone
- starke Strömungen in der Tiefsee
- kaum Sediment, das Knochen verdeckt
Die Region könnte sogar Millionen weitere, unentdeckte Walreste enthalten.






