Erschreckende Zahlen – aber auch neue Massnahmen:
Der Bundesrat hat am 26. September 2025 den zweiten Staatenbericht zur Istanbul-Konvention verabschiedet. Der Fokus liegt auf Prävention, Opferschutz und der Bekämpfung häuslicher Gewalt.
Gewalt bleibt ein grosses Problem
Alle zwei Wochen stirbt eine Frau in der Schweiz an den Folgen häuslicher Gewalt
2024: 21’127 registrierte Straftaten, +6 % im Vergleich zum Vorjahr
70 % der Opfer sind Frauen
Auch Kinder sind besonders betroffen
Diese Zahlen verdeutlichen: Gewalt in Partnerschaften und Familien bleibt eine gesellschaftliche Daueraufgabe.
Wichtige Fortschritte seit 2021
Die Schweiz hat seit dem ersten Staatenbericht mehrere Massnahmen umgesetzt:
Nationaler Aktionsplan 2022–2026 zur Umsetzung der Istanbul-Konvention
Neue gesetzliche Grundlagen:
Revision des Sexualstrafrechts
Massnahmen gegen Minderjährigenheiraten
Anpassung des Aufenthaltsrechts für Gewaltopfer
Stalking als neuer Straftatbestand
Minimalstandards für Berufsgruppen (Polizei, Justiz, Gesundheitswesen) zur besseren Ausbildung im Umgang mit Gewaltopfern
Neue Herausforderungen: Digitale Gewalt
Ein besonderes Augenmerk gilt neu der digitalen Gewalt:
Cyberstalking
Überwachung über Apps
Online-Bedrohungen
Diese Formen werden zunehmend als Teil häuslicher Gewalt anerkannt und in den Bericht aufgenommen.
Nächste Schritte
November 2025: Start der ersten nationalen Präventionskampagne gegen häusliche, sexualisierte und geschlechtsspezifische Gewalt
Mai 2026: Einführung einer zentralen, dreistelligen Telefonnummer für die Opferhilfe
2027: Erste landesweite Prävalenzstudie zu Gewalt in der Schweiz
Damit soll der Opferschutz weiter verbessert und die Dunkelziffer gesenkt werden.
Internationale Überprüfung
Der Bericht geht an GREVIO, die Expertengruppe des Europarats
März 2026: Länderbesuch in der Schweiz
Ende 2026: Neue Empfehlungen zur Umsetzung der Istanbul-Konvention
Die Schweiz verstärkt ihre Anstrengungen im Kampf gegen Gewalt – doch die Zahlen zeigen: Es bleibt viel zu tun.






