Die geplante Übernahme von Warner Bros. durch Paramount wird vorerst ausgesetzt. Nach einer Klage von zwölf US-Bundesstaaten hat ein Gericht in Kalifornien den Abschluss der Milliardenfusion für zwei Wochen gestoppt. Die Staaten werfen den Unternehmen eine mögliche Einschränkung des Wettbewerbs vor.
Gericht sieht mögliche Wettbewerbsprobleme
Die Richterin Araceli Martínez-Olguín in Oakland bei San Francisco gab den klagenden Bundesstaaten teilweise recht. Nach ihrer Einschätzung konnten diese ausreichend darlegen, dass Paramount und Warner Bros. nach einem Zusammenschluss einen bedeutenden Anteil im Filmgeschäft kontrollieren würden.
Eine zeitweise Aussetzung der Übernahme sei deshalb gerechtfertigt, um die Argumente der Parteien genauer zu prüfen. Innerhalb der zwei Wochen soll über eine längerfristige einstweilige Verfügung entschieden werden.
Die Bundesstaaten argumentieren, dass die Fusion den Wettbewerb bei grossen Kinofilmen beeinträchtigen könnte. Besonders im Fokus stehen Blockbuster, die mehr als 100 Millionen Dollar Umsatz an den Kinokassen erzielen.
Streit um Definition des Filmmarktes
Ein zentraler Punkt im Verfahren ist die Frage, wie der relevante Markt definiert wird.
Die klagenden Staaten betrachten besonders erfolgreiche Grossproduktionen als eigenen Marktbereich. Solche Filme seien für Kinos entscheidend, da sie einen grossen Teil der Einnahmen ausmachen würden.
Aus Sicht der Bundesstaaten könnte eine stärkere Konzentration bei diesen Produktionen die Auswahl für Kinos und Zuschauer einschränken.
Paramount widerspricht dieser Einschätzung. Der Konzern argumentiert, dass eine solche Unterteilung des Marktes nicht der Realität der Filmindustrie entspreche.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Verzögerung könnte Paramount teuer kommen
Für Paramount könnte die gerichtliche Verzögerung finanzielle Folgen haben. Um die Warner-Aktionäre vom Zusammenschluss zu überzeugen, hatte das Unternehmen zusätzliche Zahlungen zugesichert, falls sich der Abschluss der Übernahme verzögert.
Nach Berechnungen könnte dies Paramount rund 650 Millionen Dollar pro Quartal kosten, sobald die vereinbarte Frist überschritten wird.
Der Deal gilt als einer der bedeutendsten Zusammenschlüsse in der internationalen Medienbranche und soll zwei grosse Hollywood-Konzerne zusammenführen.
US-Regierung genehmigte Übernahme bereits
Das US-Justizministerium hatte die Fusion zuvor ohne Auflagen genehmigt. Die Behörde kam zum Schluss, dass der Zusammenschluss weder den Wettbewerb noch die Interessen der Konsumentinnen und Konsumenten gefährde.
Diese Einschätzung betraf sowohl das Filmgeschäft als auch die Bereiche Fernsehen und Streaming.
Trotz der Genehmigung durch Washington wächst der politische Druck. Kritiker befürchten insbesondere Auswirkungen auf den Nachrichtensender CNN, der zu Warner gehört.
Diskussion um CNN und politische Einflussnahme
In den USA äussern Kritiker Bedenken, dass CNN nach einer Übernahme durch Paramount seine journalistische Unabhängigkeit verlieren könnte.
Hintergrund sind Diskussionen über den Einfluss grosser Medienbesitzer auf redaktionelle Entscheidungen. Auch US-Präsident Donald Trump hatte sich mehrfach zu einem möglichen Warner-Deal geäussert und erklärt, dass ihm ein Eigentümerwechsel bei CNN wichtig sei.
Wie das Gericht letztlich über die Zukunft der Fusion entscheidet, bleibt offen. Die kommenden Wochen könnten entscheidend für den Milliarden-Deal werden.






