Der Fischereikonzern Nueva Pescanova plant die industrielle Zucht von Oktopussen. Wissenschaftler warnen vor erheblichen Tierschutzproblemen bei der Haltung der hochintelligenten Meerestiere.
Ein geplantes Grossprojekt des spanischen Fischereiunternehmens Nueva Pescanova sorgt international für Diskussionen. Der Konzern plant, erstmals weltweit Oktopusse in industriellem Massstab zu züchten, um die steigende Nachfrage nach dem Meeresprodukt zu decken.
Die geplante Anlage soll laut Berichten bis zu eine Million Tiere pro Jahr produzieren. Kritiker warnen jedoch, dass die Haltung der Tiere in grossen Zuchtanlagen erhebliche Probleme verursachen könnte.
Oktopusse gelten als besonders intelligente Tiere
Meeresbiologen zählen Oktopusse zu den intelligentesten wirbellosen Tieren der Welt. Studien zeigen, dass Kraken:
komplexe Rätsel lösen können
Werkzeuge benutzen
Menschen unterscheiden und wiedererkennen
individuelle Persönlichkeiten entwickeln
Wissenschaftliche Untersuchungen legen zudem nahe, dass Oktopusse Schmerz, Stress und Angst empfinden können. Diese Fähigkeiten machen ihre Haltung in Gefangenschaft besonders anspruchsvoll.
Schwierige Haltung in Aquakultur
Oktopusse sind Einzelgänger, die in der Natur grosse Reviere bewohnen. In Aquakulturen könnten sie deshalb unter Stress leiden. Fachleute nennen mehrere Herausforderungen:
aggressives Verhalten gegenüber Artgenossen
Kannibalismus bei zu dichter Haltung
hoher Bedarf an geistiger Stimulation
empfindliche Reaktionen auf Stress
Genau diese Faktoren machen eine industrielle Zucht schwierig.
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Kritik von Wissenschaftlern und Tierschutzorganisationen
Mehrere internationale Forschungsgruppen und Tierschutzorganisationen haben sich kritisch zu den Plänen geäussert. Sie argumentieren, dass eine Massenzucht von Oktopussen ethisch problematisch sein könnte.
Zudem wird darauf hingewiesen, dass die Tiere keine domestizierten Nutztiere sind und bislang kaum Erfahrungen mit grossflächiger Zucht existieren.
Nueva Pescanova hingegen betont, dass das Projekt dazu beitragen könnte, den Druck auf wildlebende Oktopusbestände zu reduzieren.
Debatte über die Zukunft der Aquakultur
Die Diskussion zeigt ein grundsätzliches Problem der modernen Fischerei: Die Nachfrage nach Meeresprodukten steigt weltweit stetig, während viele natürliche Bestände bereits stark belastet sind.
Aquakultur gilt daher für viele Experten als möglicher Teil der Lösung. Gleichzeitig stellt sich die Frage, welche Tierarten sich überhaupt für eine solche Haltung eignen. Gerade bei hochintelligenten Tieren wie Oktopussen bleibt diese Frage besonders umstritten.
Fazit
Die geplante industrielle Oktopus-Zucht könnte einen neuen Abschnitt in der Aquakultur markieren. Gleichzeitig wirft sie grundlegende Fragen über Tierethik, Wissenschaft und Nachhaltigkeit auf.







