Die verlassene Insel des Grauens – und warum sie plötzlich wieder wichtig ist
Nur wenige Kilometer von Venedig entfernt liegt ein Ort, der selbst Einheimische erschaudern lässt.
Poveglia, eine winzige Insel, ist kein Touristenziel – sondern ein düsteres Kapitel europäischer Geschichte.
Hier starben 160.000 Menschen. Und vielleicht ist es besser, dass niemand dort wohnen will.
Ein Ort wie aus einem Horrorfilm – aber real
Poveglia ist nur 7,5 Hektar klein – und doch vollgepackt mit Tod, Leid und Legenden.
Schon im Mittelalter lebten hier venezianische Familien, aber im 14. Jahrhundert veränderte sich alles.
Pestinsel mit tödlicher Bilanz
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Ab 1793 wurde Poveglia zur Quarantänestation für Pestkranke
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Tausende wurden unter militärischer Bewachung hierher gebracht
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Die meisten starben – ihre Leichen wurden verbrannt oder in Massengräbern verscharrt
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Schätzungsweise 160.000 Tote ruhen noch heute unter der Erde
Der Schrecken dieser Zeit hat sich tief in das kollektive Gedächtnis Venedigs eingebrannt.

Vom Spital zum Spukhaus: Die dunkle Nachgeschichte
In den 1920er Jahren öffnete auf der Insel eine psychiatrische Klinik. Und auch sie wurde bald zum Mythos.
Es gibt keine harten Beweise, aber:
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Patient:innen sollen misshandelt worden sein
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Berichte von Lobotomien und grausamen Experimenten kursieren bis heute
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Eine Legende erzählt vom Anstaltsarzt, der sich vom Kirchturm stürzte – angeblich gejagt von Geistern
Spätestens durch US-TV-Sendungen über Paranormales wurde Poveglia zur bekanntesten Geisterinsel Europas.
Laut suedtirolnews.it wurde Poveglia von 160.000 Toten geprägt – ein Ort zwischen Wahrheit und Mythos.
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Poveglia heute: Verboten. Verwunschen. Umkämpft.
Seit den 1970ern ist die Insel offiziell verlassen.
Verfallene Gebäude, eingestürzte Decken und wilde Vegetation machen Poveglia zu einem surrealen Lost Place.
Pläne für ein Luxushotel scheiterten
2014 versteigerte Italien das Nutzungsrecht für 99 Jahre.
Venedigs Bürgermeister träumte von einem Hotel.
Doch die Bürgerinitiative „Poveglia per tutti“ kämpfte dagegen.
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Über 4.500 Menschen sammelten Spenden
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Ziel: Die Insel für die Bevölkerung erhalten – als öffentlichen Park
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Ihr Motto: „Für alle, nicht für wenige“
Hoffnungsschimmer: Ein neuer Anfang?
Im Juli 2025 kam Bewegung in den Konflikt:
Ein Teil der Insel wurde dem Verein für sechs Jahre überlassen
Spazierwege, Naturzonen und Rückzugsräume sollen entstehen
Keine Hotels. Kein Massentourismus.
Aber: Wenn in dieser Zeit ein Investor auftaucht, erlischt die Genehmigung.
Poveglia ist ein Spielball zwischen Gedenken, Geld und Gemeinschaft.
Würdest du auf einem Massengrab Urlaub machen?
Poveglia erinnert an das, was wir gern vergessen: den Tod, das Leiden, das Scheitern.
Die Insel ist kein Instagram-Spot, sondern ein Mahnmal.
Sie zu erhalten, ist mehr als Symbolpolitik – es ist Respekt vor der Geschichte.










