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Gefährliche Produkte im Netz: Millionen Angebote gelöscht – doch Risiko bleibt

by Peter Schnieder
Montag, 4. Mai 2026 um 16:31
in Ausland, Gefahren & Warnungen
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Symbolbild für Online-Shopping mit Hinweis auf Produktsicherheit und Warnsysteme in der EU.

Trotz Kontrollen gelangen weiterhin unsichere Produkte auf grosse Online-Marktplätze.

Home » Gefahren & Warnungen » Gefährliche Produkte im Netz: Millionen Angebote gelöscht – doch Risiko bleibt

Ein Kuscheltier mit gefährlichen Schadstoffen. Elektronik, die im schlimmsten Fall Stromschläge verursachen kann.

Und das alles nur wenige Klicks entfernt im Online-Warenkorb.

Trotz klarer EU-Regeln tauchen weiterhin riskante Produkte auf grossen Plattformen auf – und verschwinden oft erst, wenn es bereits zu spät ist.

Millionen Produkte gelöscht – aber das Problem bleibt

Eine Untersuchung des Verbraucherzentrale Bundesverbands (vzbv) zeigt das Ausmass des Problems deutlich.

Allein im November 2025 wurden auf den fünf meistgenutzten Online-Marktplätzen in Deutschland:

  • rund 70 Millionen Angebote entfernt
  • davon knapp 30 Millionen als unsicher oder verboten eingestuft

Trotzdem gilt: Diese Produkte hätten laut EU-Recht gar nicht erst online erscheinen dürfen.

Blei im Kuscheltier – und lange bekannte Risiken

Besonders alarmierend sind Fälle, in denen Produkte trotz offizieller Warnungen weiter verkauft werden.

Ein Beispiel aus der Untersuchung:

  • ein Kuscheltier mit nachgewiesenem Bleigehalt
  • bereits seit Jahren mit Sicherheitswarnung im EU-System gelistet
  • dennoch weiterhin online angeboten

Auch andere Fälle zeigen ein ähnliches Muster:

  • Elektronik mit Sicherheitsmängeln
  • Rasierer mit Stromschlag-Risiko
  • Produkte trotz jahrelanger Warnmeldungen verfügbar

Wie das EU-System eigentlich funktionieren soll

Die Europäische Union setzt auf mehrere Instrumente zur Produktsicherheit:

Safety Gate Warnsystem`

Das Safety Gate ist ein EU-weites Schnellwarnsystem für gefährliche Produkte.

Behörden melden dort Risiken, etwa bei:

  • Chemikalien
  • Elektronik
  • Spielzeug
  • Textilien

Online-Marktplätze sollen diese Warnungen nutzen, um Produkte frühzeitig zu blockieren.

Digital Services Act: Kontrolle mit Lücken

Mit dem Digital Services Act (DSA) wurden Plattformen stärker in die Pflicht genommen.

Sie müssen:

  • Löschentscheidungen offenlegen
  • Risiken bewerten
  • mit Behörden zusammenarbeiten

Doch die Realität sieht laut Kritikern anders aus.

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Kritik: Reaktionen oft zu spät

Die Verbraucherzentrale kritisiert vor allem drei Punkte:

  • Kontrollen erfolgen oft erst nach Veröffentlichung
  • Abgleich mit Warnsystemen ist unvollständig
  • gefährliche Produkte bleiben zu lange online

Im Schnitt lagen bekannte Warnungen laut Analyse bereits über 300 Tage zurück, bevor Produkte entfernt wurden.

Stellungnahmen der Plattformen

Grosse Online-Marktplätze wehren sich gegen die Vorwürfe.

Einige Kernaussagen:

  • Amazon verweist auf die Einhaltung des Digital Services Act
  • Temu betont proaktive Risikoprüfungen und schnelle Entfernung

Beide Unternehmen argumentieren, dass automatisierte Systeme und rechtliche Standards bereits angewendet werden.

Warum gefährliche Produkte trotzdem durchrutschen

Die grössten Schwachstellen liegen in:

  • riesigen Produktmengen
  • automatisierten Uploads durch Drittanbieter
  • unterschiedlichen internationalen Standards
  • begrenzten Prüfkapazitäten vor Veröffentlichung

Ergebnis

Selbst verbotene Produkte können kurzfristig online erscheinen, bevor sie wieder entfernt werden.

Was sich ändern müsste

Experten fordern strengere Regeln, darunter:

  • verpflichtender Abgleich vor Veröffentlichung
  • automatische Blockierung bei bekannten Warnungen
  • häufigere Kontrollen bereits gelisteter Produkte

Ziel: Unsichere Produkte sollen gar nicht erst in den Warenkorb gelangen.

Der Online-Handel ist bequem, schnell und global – aber nicht immer sicher.

Der Fall zeigt deutlich: Trotz EU-Regeln gelangen weiterhin gefährliche Produkte in den Verkauf.

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