Die Staats- und Regierungschefs führender Länder haben zentrale Forderungen des neuen Trump-Friedensplans für den Ukrainekrieg abgelehnt. Dennoch sehen sie darin einen möglichen Ansatzpunkt für künftige Gespräche. Laut nytimes.com wurde dies am Samstag in einer gemeinsamen Erklärung beim G20-Gipfel in Johannesburg bekannt.
Trump setzt Selenskyj unter Druck – westliche Unterstützung auf dem Prüfstand
Der von Präsident Donald Trump vorgelegte 28-Punkte-Plan sieht massive Zugeständnisse der Ukraine vor, darunter Gebietsabtretungen und eine drastische Begrenzung der Streitkräfte. Selenskyj erhielt laut Trump eine Frist bis nächste Woche – ein Schritt, der Kiew in eine politisch gefährliche Lage bringt. Eine Ablehnung könnte die essenzielle US-Unterstützung gefährden.
Europäische und internationale Partner stehen nun unter wachsendem Druck, ihre Fähigkeit zu beweisen, die Ukraine auch ohne amerikanische Hilfe militärisch und wirtschaftlich zu tragen.
In ihrer Erklärung betonten Deutschland, Frankreich, Grossbritannien, Japan, Kanada, weitere EU-Staaten sowie die Europäische Union:
„Wir bekräftigen unsere anhaltende Unterstützung für die Ukraine.“
„Der Trump-Plan enthält Elemente, die für einen gerechten und dauerhaften Frieden notwendig sind.“
Selenskyj äussert Zweifel – „Verbrechen dürfen nicht belohnt werden“
In einer Videoansprache zeigte sich Selenskyj besorgt und bezeichnete den Plan als kaum geeignet, um Friedensverhandlungen einzuleiten:
„Wir müssen sicherstellen, dass Verbrechen gegen Menschen und Staaten niemals belohnt oder vergeben werden.“
Damit machte er klar, dass er grundlegende Forderungen Trumps, darunter Gebietsverluste, nicht akzeptieren kann.
G20-Gipfel: USA bleiben fern – Europa reagiert geschlossen
Während die USA den Gipfel boykottierten, nahmen alle anderen Mitglieder teil und verabschiedeten gemeinsam eine Erklärung, in der sie betonten, dass territoriale Eroberungen durch Gewalt nicht akzeptiert werden.
Vorab scharfe Kritik aus Europa
Bereits vor dem Treffen hatten mehrere europäische Regierungschefs kritisiert, dass Trumps Plan ohne Beteiligung der Ukraine mit Russland verhandelt wurde.
EU-Kommissionspräsidentin Ursula von der Leyen sagte:
„Nichts über die Ukraine ohne die Ukraine.“
Sie bekräftigte erneut, dass Europa die Ukraine weiterhin finanziell unterstützen und die Sanktionen gegen Russland aufrechterhalten werde.
Britischer Premier setzt auf „nächste Verhandlungsphase“
Der britische Premierminister Keir Starmer erklärte, man wolle Trumps Entwurf prüfen, um Optionen für einen belastbaren Waffenstillstand zu schaffen:
„Wir müssen alle Hebel in Bewegung setzen, um Frieden zu sichern.“
Er verwies gleichzeitig auf die Rolle Russlands als einziges G20-Land, das einen Waffenstillstand nicht unterstützt.
Russland indirekt vertreten – Putin bleibt fern
Putin konnte aufgrund eines internationalen Haftbefehls nicht teilnehmen. Stattdessen leitete ein hochrangiger Vertreter die russische Delegation.
Die Gespräche fanden statt vor dem Hintergrund eines umstrittenen Trump-Plans, der von Steve Witkoff und dem russischen Regierungsvertreter Kirill Dmitrijew ausgehandelt wurde. Dieser sieht unter anderem vor:
-
Abgabe ukrainischer Gebiete, auch solcher nicht unter russischer Kontrolle
-
Begrenzung der ukrainischen Armee
-
Ausschluss einer NATO-Mitgliedschaft
-
Verbot der Stationierung westlicher Truppen auf ukrainischem Boden
Eine Forderung, die praktisch das Ende ukrainischer Souveränität bedeuten würde.
Europa: Unterstützung „so lange wie nötig“
Ursula von der Leyen betonte erneut:
„Dies ist nicht nur ein Angriff auf die Ukraine, sondern auf die Prinzipien der UN-Charta.“
„Wir werden die Ukraine so lange unterstützen, wie es nötig ist.“
Treffen mit Meloni, Macron sowie Gespräche mit Selenskyj bestätigten einen klaren Kurs: Europa hält an der Ukraine fest – auch gegen mögliche US-Positionen.
Fazit
Während Trumps Friedensplan für die Ukraine international auf deutliche Kritik stösst, betrachten die G20-Staaten ihn dennoch als möglichen Ausgangspunkt für weitere Gespräche. Die Ukraine hingegen warnt vor einem „faulen Frieden“, der Russland für militärische Aggression belohnen würde.
Europa verspricht, seine Unterstützung zu verstärken – und stellt sich geschlossen hinter die Ukraine.










