In einem Krankenhaus in Mailand ist es bei einer künstlichen Befruchtung zu einer Verwechslung gekommen. Einer Frau wurde versehentlich der Embryo eines anderen Paares eingesetzt. Der Fehler wurde wenige Minuten später entdeckt. Die Klinik hat alle entsprechenden Eingriffe vorübergehend gestoppt und die Behörden haben eine Untersuchung angeordnet.
Embryonen bei künstlicher Befruchtung verwechselt
Der Vorfall ereignete sich am 23. Juli im renommierten San-Raffaele-Krankenhaus in Mailand. Zwei Paare hatten dort nacheinander Termine für eine künstliche Befruchtung. Bei beiden Frauen sollte jeweils ein zuvor im Labor befruchteter Embryo eingesetzt werden.
Nach Angaben von GMX unter Berufung auf die italienische Tageszeitung „La Repubblica“ wurde der ersten Frau jedoch versehentlich der Embryo des zweiten Paares übertragen. Offenbar waren die Namen der beiden Frauen verwechselt worden.
Der Fehler wurde dem Bericht zufolge bereits nach rund acht Minuten bemerkt. Eine der beteiligten Biologinnen kontrollierte die Personalien erneut und stellte dabei die Verwechslung fest.
Versehentlich eingesetzter Embryo wieder entfernt
Nach der Entdeckung des Fehlers wurde gemeinsam mit dem betroffenen Paar entschieden, den versehentlich eingesetzten Embryo wieder zu entfernen. Der eigene Embryo des Paares war zu diesem Zeitpunkt noch nicht übertragen worden und wurde weiterhin konserviert.
Ob sich ein Embryo nach einer solchen Übertragung tatsächlich in der Gebärmutter einnistet, ist nicht sicher. Nach den Angaben im Bericht liegt die Wahrscheinlichkeit im Durchschnitt bei etwa 30 bis 40 Prozent.
Der Vorfall ist besonders sensibel, weil bei einer künstlichen Befruchtung die eindeutige Zuordnung von Embryonen zu den jeweiligen Elternpaaren eine zentrale Rolle spielt. Die italienischen Gesundheitsbehörden haben deshalb eine Untersuchung des Ablaufs angeordnet.
🚨 Breaking News direkt aufs Smartphone
Verpasse keine Eilmeldung mehr – jetzt den imTicker WhatsApp-Kanal abonnieren:
👉 imTicker auf WhatsApp abonnieren
Klinik stoppt entsprechende Eingriffe
Im San-Raffaele-Krankenhaus wurden nach dem Vorfall sämtliche vergleichbaren Eingriffe vorübergehend ausgesetzt. Sie sollen erst wieder aufgenommen werden, wenn überprüft worden ist, wie es zu der Verwechslung kommen konnte und welche Massnahmen einen solchen Fehler künftig verhindern sollen.
Der Vorfall betrifft zwei Paare, die auf natürlichem Weg keine Kinder bekommen konnten und deshalb auf eine medizinisch unterstützte Befruchtung angewiesen waren. In Italien nutzen jedes Jahr mehr als 80’000 Paare Verfahren der künstlichen Befruchtung.
Zweites Paar zunächst nicht informiert
Auch das zweite Paar, von dem der versehentlich eingesetzte Embryo stammte, erhielt noch am selben Tag eine weitere Behandlung. Den beiden wurde ein zweiter Embryo übertragen, der ebenfalls von ihnen stammte.
Über die Verwechslung wurden sie zunächst allerdings nicht informiert. Nach Angaben des Berichts begründeten die Ärzte dies damit, dass zusätzlicher emotionaler und psychischer Stress während der Zeit vermieden werden sollte, in der sich der Embryo möglicherweise einnisten konnte.
Inzwischen wurde auch dieses Paar über den Vorfall informiert. Die Untersuchung soll nun klären, wie es zu der Verwechslung kommen konnte und ob die bestehenden Kontrollmechanismen im Krankenhaus ausreichend waren.






