Nach den schweren Waldbränden in Frankreich fordern Feuerwehr-Gewerkschaften mehr Personal, höhere finanzielle Mittel und bessere Arbeitsbedingungen. Nach einem Treffen mit Innenminister Laurent Nunez zeigen sich die Gewerkschaften enttäuscht. Sollte die Regierung nicht konkreter auf ihre Forderungen eingehen, kündigen sie für Ende September eine grosse Demonstration in Paris an.
Feuerwehr fordert mehr Personal und Geld
Die verheerenden Waldbrände in Frankreich haben den Druck auf die Regierung erhöht. Zahlreiche Feuerwehr-Gewerkschaften verlangen zusätzliche Einsatzkräfte, mehr finanzielle Mittel und eine grundlegende Erneuerung des Zivilschutzes.
In einem gemeinsamen Schreiben kritisieren die Gewerkschaften, die Feuerwehr könne nicht dauerhaft die Schwächen eines überlasteten Systems auffangen. Es müssten im grossen Stil neue Feuerwehrleute eingestellt werden. Gleichzeitig brauche es zusätzliche Mittel, um die Gesundheit der Einsatzkräfte besser zu schützen.
Auch die Arbeitsbedingungen stehen im Zentrum der Forderungen. Die Gewerkschaften verlangen, darüber umgehend neue Verhandlungen aufzunehmen.
Besonders deutlich wurde die Kritik mit Blick auf die Einsätze bei den Waldbränden rund um Bordeaux. Dort habe es an wichtigen Ressourcen gefehlt, sagte Xavier Boy, Sprecher des Gewerkschaftszusammenschlusses.
Gewerkschaften kritisieren fehlende Ressourcen
Boy kritisierte, die Feuerwehr müsse dauerhaft mit reduzierten Mitteln arbeiten. Die Kapazitätsgrenzen seien während des Sommers 2026 erreicht worden. Die zahlreichen Brände hätten diese Entwicklung deutlich sichtbar gemacht.
Laut GMX verwiesen die Gewerkschaften dabei auch auf die Folgen der Brände bei Bordeaux. Mehrere Hundert Häuser wurden zerstört und Hunderttausende Menschen mussten zeitweise ihre Wohnungen verlassen. Für die Feuerwehr sei diese Situation nicht länger hinnehmbar.
Die Gewerkschaften sehen darin nicht nur ein Problem der Einsatzkräfte, sondern eine grundsätzliche Frage des französischen Bevölkerungsschutzes. Aus ihrer Sicht müsse der Staat dafür sorgen, dass ausreichend Personal, Ausrüstung und finanzielle Mittel zur Verfügung stehen.
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Treffen mit Innenminister Nunez enttäuscht Gewerkschaften
Innenminister Laurent Nunez empfing die Vertreter der Gewerkschaften zu einem Gespräch. Anschliessend erklärte er auf der Plattform X, dass es gemeinsame Einschätzungen gebe und die Einsatzkräfte im kommenden Jahr ein höheres Budget erhalten sollten.
Bei den Gewerkschaften sorgte das Treffen jedoch nicht für Entspannung. Xavier Boy erklärte, es habe keine ausreichenden konkreten Zusagen gegeben.
Ein weiterer Gewerkschaftsvertreter bezeichnete die Ergebnisse des Gesprächs sogar als «politisches Blabla». Die Vertreter der Feuerwehr zeigten sich insgesamt sehr enttäuscht und erwarten von der Regierung konkrete Massnahmen.
Demonstration in Paris angekündigt
Die Gewerkschaften erhöhen deshalb nun den Druck auf die Regierung. Sollte die Politik nicht auf ihre Forderungen eingehen, wollen sie Ende September eine grossangelegte Demonstration in Paris organisieren.
Im Mittelpunkt sollen dabei Forderungen nach mehr Personal, besseren finanziellen Rahmenbedingungen, einem stärkeren Gesundheitsschutz und einer Erneuerung des französischen Zivilschutzes stehen.
Ob es tatsächlich zu der angekündigten Demonstration kommt, hängt damit auch von den weiteren Gesprächen zwischen Regierung und Gewerkschaften ab. Die Feuerwehrverbände machen jedoch deutlich, dass sie nach den Erfahrungen des Sommers konkrete Veränderungen erwarten.






