Ein Satz löst eine landesweite politische Debatte aus.
Frankreichs neuer Generalstabschef fordert die Bevölkerung dazu auf, „den möglichen Verlust ihrer Kinder“ im Verteidigungsfall zu akzeptieren – und trifft damit einen tiefen Nerv.
Die Worte fallen zu einem Zeitpunkt, an dem Präsident Macron neue Pläne zur Stärkung der Armee präsentiert.
Was der Generalstabschef gesagt hat – und warum es empört
Eine Warnung mit politischem Sprengstoff
General Fabien Mandon, seit September im Amt, sagte bei einem Treffen mit Bürgermeistern in Paris, Frankreich müsse bereit sein, „zu leiden, um das zu schützen, was wir sind“.
Laut nytimes.com warnte er:
Wenn Frankreich zögere, weil es nicht bereit sei, den Verlust seiner Kinder zu akzeptieren, sei es „in Gefahr“.
Gemeint ist: Frankreich müsse mental auf einen möglichen Konflikt mit Russland vorbereitet sein.
Reaktionen: „Kriegstreiberei“ oder notwendige Ehrlichkeit?
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Kommunistenchef Fabien Roussel sprach von „Kriegstreiberei“.
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Linke und konservative Abgeordnete kritisierten Mandons Aussagen als „unverantwortlich“.
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Der rechtsextreme Rassemblement National sagte, Mandon habe „seine Befugnisse überschritten“.
Gleichzeitig gab es auch Unterstützung aus der Mitte-Links-Opposition:
Raphaël Glucksmann sprach von einer „verleugnenden politischen Klasse“.
Macron will freiwilligen Militärdienst stärken
Neues Programm gegen die russische Bedrohung
Am Donnerstag stellt Präsident Emmanuel Macron bei der 27. Gebirgsjägerbrigade in Varces ein neues Modell vor:
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bezahlter, freiwilliger Militärdienst
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richtet sich an junge Menschen
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soll reguläre Streitkräfte entlasten
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kein Wiedereinführen der Wehrpflicht
Der Élysée erklärt:
„Die Nation muss vorbereitet sein – moralisch wie strategisch.“
Warum jetzt?
Frankreichs Beziehungen zu Russland haben sich massiv verschlechtert.
Cyberangriffe, militärische Drohungen und geopolitische Spannungen lassen die Regierung handeln.
Europa rüstet mental nach
Der Krieg rückt näher – zumindest im Kopf
Eine Elabe-Umfrage zeigt:
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64 % der Franzosen befürchten, dass der Krieg Frankreich erreichen könnte
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fühlen sich dennoch weit entfernt von der Realität militärischer Konflikte
Historikerin Bénédicte Chéron erklärt:
„Die französische Wahrnehmung von Krieg ist stark von den Weltkriegen geprägt. Eine Mobilisierung für einen Konflikt ausserhalb der Landesgrenzen ist für viele schwer vorstellbar.“
Andere europäische Staaten rüsten bereits nach
Einige Länder haben bereits reagiert:
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Lettland: Wehrpflicht wieder eingeführt
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Kroatien: Wiedereinführung geplant
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Baltikum & Norden: fast überall Wehrpflicht
Frankreich liegt aktuell bei:
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200’000 aktiven Soldaten
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40’000 Reservisten










