Fast 360’000 Euro bezahlt – und dann heisst es warten.
Käufer des neuen Ford Mustang GTD sollen ihren Supersportwagen nach der Auslieferung ganze 30 Tage lang möglichst nicht nutzen. Eine ungewöhnliche Empfehlung, die Fragen aufwirft.
30 Tage Sperrfrist nach der Auslieferung
Der Ford Mustang GTD ist das radikalste Serienmodell in der Geschichte des Pony Cars. Ein 5,2-Liter-Kompressor-V8 leistet 826 PS und bis zu 900 Newtonmeter Drehmoment. Trotzdem rät Ford den neuen Besitzern, das Fahrzeug in den ersten 30 Tagen nicht zu fahren.
Offiziell dient diese Empfehlung dem Schutz des aufwendig aufgetragenen Klarlacks, insbesondere auf den zahlreichen Carbon-Bauteilen. Laut gmx.net dünstet der Klarlack nach der Fertigung noch Gase aus, was bei zu früher Behandlung mit Lackschutzfolie zu Schäden führen kann.
Gefahr für den Klarlack
Der Mustang GTD wird beim Spezialisten Multimatic nach Manufaktur-Standards gefertigt. Vor allem die Carbon-Karosserieteile sind empfindlich. Viele Käufer lassen diese direkt nach der Auslieferung mit einer Schutzfolie versehen, um Steinschläge zu vermeiden.
Das Problem:
Der Klarlack ist in den ersten Wochen noch nicht vollständig ausgehärtet
Lackschutzfolien können den Prozess stören
Mögliche Folgen sind Blasen, Trübungen oder Haftungsfehler
Ford empfiehlt deshalb, mindestens 30 Tage zu warten – und die Folierung von Fachbetrieben durchführen zu lassen.
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Warum nicht einfach im Werk warten?
Naheliegend wäre es, den Wagen einfach erst nach Ablauf der Frist auszuliefern. Doch Ford erklärt, dass der Aushärtungsprozess nicht im Werk abgeschlossen werden kann, da es sich nicht um eine klassische Grossserienproduktion handelt.
Auch die Händler sind nicht eingebunden: Der Kauf eines GTD erfolgt über ein strenges Auswahlverfahren, bei dem Ford selbst entscheidet, wer ein Fahrzeug erhält.
Geht es auch um Flipping?
In der Szene wird eine weitere Theorie diskutiert:
Will Ford mit der 30-Tage-Regel das sogenannte Flipping erschweren?
Der Mustang GTD ist streng limitiert:
geschätzt 300 bis 700 Fahrzeuge pro Jahr
maximale Bauzeit: rund zwei Jahre
insgesamt wohl maximal 1’400 Exemplare
Trotz des hohen Preises soll Ford vor Produktionsstart über 7’000 Kaufanfragen erhalten haben. Ein ideales Umfeld für Weiterverkäufe mit hohem Gewinn.
Bereits jetzt müssen Käufer vertraglich zusichern, den Wagen mindestens zwei Jahre zu behalten. Die 30-Tage-Frist könnte ein zusätzlicher psychologischer Dämpfer für schnelle Weiterverkäufe sein.
Empfehlung, kein Zwang
Wichtig:
Ford verbietet das Fahren in den ersten 30 Tagen nicht. Es handelt sich lediglich um eine Empfehlung. Wer seinen Mustang GTD früher bewegt, handelt nicht illegal – riskiert aber mögliche Lackprobleme.






